Du bist nicht allein

Klasse 5a

Einschulung der neuen Schülerinnen und Schüler am FAG

Die Stadthalle war schon für die Einsetzung des neuen Oberbürgermeisters geschmückt. Aber am Dienstag begrüßte das Friedrich-Abel-Gymnasium dort erst mal seinen neuen Fünftklässler.
Es ist gute Tradition … aber was ist schon noch Tradition nach drei Corona-Schuljahren?
Doch, es ist Tradition, dass die Schüler und Schülerinnen der Klasse 6 die Neuankömmlinge mit Liedern aus ihrem Fünfer-Musical begrüßen und dieses Jahr hat es endlich wieder geklappt mit der Aufführung.

Alle neuen Schülerinnen und Schüler, alle Eltern, Geschwister, Omas und Opas begrüßte der Chor mit dem Lied „Du bist nicht allein“ aus dem Musical Löwenherz. In diesem Jahr wurden die Botschaften sicher deutlich vernommen: „such Dir einen Freund, … nimm unsere Hand, …alle sind bereit mit Dir zu gehen“. 6er Chor bei der Einschulung der 5erUnd mit dem Titellied Löwenherz wurde die kleinsten FAGler schmissig aufgefordert, mutig durch „das dunkle Tor“ zu gehen. So ein Neuanfang ist mit Ängsten, aber auch mit Neugier und Freude verbunden. Viele kommen aus ganz kleinen Grundschulen, erinnerte Herr Damp in seiner Ansprache. Da scheint das FAG mit seinen über 700 Schülern und Schülerinnen im ersten Moment natürlich groß, unübersichtlich und eben auch ein bisschen angsterregend. Aber die Neuen sollten sich da ganz auf ihre Klassenlehrerinnen verlassen. Auch die Schulkameraden und -kameradinnen wären sicher hilfsbereit beim Einstieg. Ab Mittwoch kommen in jede Klasse die Paten und Patinnen, ältere Mitschüler und Mitschülerinnen, die sich noch zu gut an ihre ersten Tage im Gymnasium erinnern. Sie machen mit den Klassen eine Schulrallye und danach werden sich alle sich sicher alle schon gut auskennen. Klasse 5bAber die Paten haben auch andere Aktionen vor, wie Marina Elsenhans und Sophie Döbler vom Patenschaftsressort berichteten; so ist etwa ein Bastelnachmittag fest geplant. Alle stehen also bereit, um die „Kleinen“ zu empfangen. Aber die Neuen müssen neben Fleiß und Ausdauer auch noch etwas anderes mitbringen. Um das zu verdeutlichen, las Herr Damp eine Geschichte vor: Ein Mann will in eine neue Stadt ziehen. Er fragt den Torhüter, wie die Menschen dort seien. Der Torhüter fragt zurück, wie die Menschen in der alten Stadt waren und der Mann nennt lauter schlechte Eigenschaften. So seien die Menschen in dieser Stadt auch, erwidert der Türhüter. Klasse 5cEin zweiter Mann kommt und stellt die gleiche Frage. Der Türhüter gibt die Frage wieder zurück und der zweite Mann schwärmt davon, wie gut seine ehemaligen Mitbewohner waren. So seien die Menschen in dieser Stadt auch, meint der Torhüter. Auf den Widerspruch von einer dritten Person angesprochen bemerkt der Hüter, die Menschen seien eben gut und schlecht. Es komme darauf an, wie man ihnen begegnet. Darauf sollte man also, so meinte Herr Damp, bei einem Neuanfang achten, wie man den anderen begegnet. Nach einem Moment der Stille wurde es dann ernst. Herr Geppert rief nacheinander die Klasse mit ihren Lehrerinnen, Schülern und Schülerinnen auf: Klasse 5a mit Frau Roth, 5b mit Frau Oster, 5c mit Frau Broszat und 5d mit Frau Koerbler. Ganz aufgeregt kamen die neuen von überall aus dem riesigen Raum nach vorne. Klasse 5dNoch ein Elternfoto und schon waren die Klassen nacheinander durch den Seitenausgang verschwunden. Während die Eltern erst noch in der Stadthalle von Herrn Damp, der Elternvertreterin, Frau Schumacher, und der Vertreterin des Fördervereins, Frau Stotz, informiert wurden und später auch dem Schulhof die Möglichkeit zum informellen Kennenlernen bei Kaffee und Gebäck hatten, bezogen die neuen Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal ihre neuen Klassenzimmer im N-Bau. Um 12 Uhr war dann für alle Schluss. Viele Eltern fotografierten ihre Kinder, als sie das Gebäude verließen. Hatten sie sich nicht schon ein bisschen verändert?
Das FAG konnte 104 neue Schüler und Schülerinnen begrüßen. Es gibt eine Chor- und eine Orchesterklasse. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Ganztagsbetreuung.

Klasse 5a

Frieden und auch ein bisschen Glück

Dank an die Musiklehrkräfte

Sommerkonzert der Unterstufe am FAG

Wie schnell scheinen wir wieder zu vergessen. Sommerkonzert der Unterstufe wie jedes Jahr? Nein, dieses Sommerkonzert war der erste überhaupt für die Schüler und Schülerinnen der Unterstufe und auch für ihre Eltern. Wie lange haben sich die „Kleinen“ danach gesehnt, den Eltern stolz ihre Schule zu zeigen und wie groß war der Wunsch der Eltern, auch die anderen Eltern endlich im Rahmen einer Schulveranstaltung zu treffen? Und so war das Sommerkonzert dann auch, ein Familienfest für junge und zukünftige FAGler und deren Familien, im Hauptgebäude und im Hof, überall Gewusel und Leben. Wie könnte man einen Sommerabend besser verbringen?
Um 18h startete das Konzert im Aufenthaltsraum mit den Jazz Youngsters und ihrem Pink Panther. Dann verteilten sich die Zuschauer auf verschiedene kleinere Schauplätze, um das Publikum auseinanderzuziehen. So präsentierte das FAG Unterstufenorchster FAGUOR um 18.20 und 18.45h Adeles Skyfall und aus Mary Poppins Superkalifragilistikexpialigetisch. Wer nun glaubt, dass es die Spieler und Spielerinnen langweilte mehrfach zu spielen hat, der irrt. Die Truppe kam beim zweiten Mal erst richtig in Fahrt. Klassenkameraden liefen auf und ab, Geschwister kauerten am Boden, Eltern machten Fotos. Aber nichts störte, alle waren beseelt von der Stimmung, endlich wieder da zu sein und ein Fest zu feiern.

Besinnlich wurde es dann im Eingangbereich des Hauptgebäudes.Eigentlich wollte der Chor 6 aus Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen seine Friedenslieder im Schulhof singen, aber das Wetter war zu unsicher. Mit Shalom chaverim – der Friede des Herrn geleite Euch wurden die Zuschauer daran erinnert, dass die Corona-Lockdown-Zeiten jetzt zwar für uns vorbei sind, aber dass an anderen Stellen der Welt, besonders in der Ukraine, das Leben der Menschen weiterhin schwer ist. Mit dona nobis pacem- gib uns Frieden erinnerte der Chor an die alte Lateinschule, als dessen Nachfolger sich das FAG sieht. Wird es bald Frieden geben? Somewhere over the rainbow….vielleicht. Die Zitronenbonbons sollten da wohl etwas Hoffnung machen. Zum Ausklang erinnerten die Sängerinnen und Sänger daran, dass wir alle Eine Sprache haben und das ist die Musik. Das Konzert im Treppenhaus fand gleich seine Fan-Gemeinde und viele Zuhörer waren um 19h zum Ausklang noch einmal da, um der Sehnsucht nach Frieden, aber auch dem schönen Abend nachzuspüren.
Zum Schluss gab es noch eine große Überraschung für die Kinder. Der Eiswagen kam und alle durften sich anstellen.

Dank an die Musiklehrkräfte

That‘s a First

1. Bildungspartnertag

Erster Bildungspartnertag am FAG

Im Englischen nennt man etwas, das man zum ersten Mal erlebt, das zum ersten Male stattfindet, ein „first“: Zum ersten Mal Sushi Essen, zu einem Fußballspiel gehen oder in die Oper: „that was a first“. So war es jetzt auch am FAG. Scrollt man auf der der Homepage des FAG nach unten, findet man dort die Logos der BW Bank, von Parker Hannifin, Thales und Trumpf. Das sind leider nicht die Sponsoren des FAG, sondern seine Bildungspartner. Durch Corona war es bisher den Partnern nicht möglich, sich am FAG vorzustellen, aber noch direkt vor den Studienfahrten hatten alle Schüler und Schülerinnen der Klasse J1 die Gelegenheit, sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten durch die Partner beraten zu lassen.
Im Aufenthaltsraum wurden die Vertreter und Vertreterinnen der Firmen und die Schüler und Schülerinnen von Stephan Damp und Heike Dercks begrüßt. Es gibt mittlerweile 19.000 Studiengänge in Deutschland, Tendenz steigend; viele neue Studiengänge entstehen an Fachhochschulen und im Bereich der Dualen Hochschulen. So war es gut, dass sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs bei allen vier Partnern informieren konnten. In vier Schülergruppen eingeteilt rollierten sie durch vier Klassenzimmer, in denen die jeweiligen Firmen ihre 45-minütigen Präsentationen vorstellten.
Die Gruppe der Firma Trumpf etwa wurde von Lena Dieterle, einer ehemaligen FAG -Schülerin, angeführt. Sie hat Wirtschaftsingenieurwesen in Pforzheim studiert, machte anschließend eine Ausbildung zur Industriekauffrau und ist nun IT-Ausbilderin bei Trumpf. Sie hatte drei junge Kollegen mitgebracht: Chris Krebs, Florian Schmid und Jonathan Stern. Florian, er studierte ebenfalls Wirtschaftsingenieurwesen, berichtete über Trumpf. Die Firma hat 14.767 Mitarbeiter und bildet in 17 Berufen aus. In der letzten Bewerbungsrunde gab es 4526 Bewerber auf 77 Ausbildungsplätze. Auf Nachfragen gaben die Trumpf-Mitarbeiter an, dass sie bis zu 28 Bewerbungen geschrieben hatten, bevor sie den Ausbildungs- oder Studienplatz bei Trumpf bekamen. Das hat so manchen Schüler, manche Schülerin erstaunt. Wichtig war auch die Information, dass man sich um einen Duales Studienplatz schon ein Jahr vor Studienbeginn bewerben muss, das bedeutet also „jetzt“ für J1. Chris und Jonathan stellten dann über das sehr aufwendige mehrteilige Bewerbungsverfahren vor. Zum Schluss konnten sie von zwei oben schon erwähnten neuen Studiengängen bei Trumpf berichten: DHBW-Cyber-Engineering mit drei Studienplätzen und Integrated Engineering mit fünf Plätzen. Wie wüsste die Schüler ohne diese Veranstaltung von diesen Möglichkeiten? Allen Schülern und Schülerinnen war es anzusehen, dass sie auf eine so anstrengende Zukunft noch nicht vorbereitet sind. Aber genau deshalb ist es wichtig, einen solchen Tag der Berufsorientierung auszurichten.
Nach dem dreistündigen Parcours waren die Schüler und Schülerinnen um viele Erkenntnisse reicher. Besonders gefallen hat ihnen, dass alle Referenten jung und nahbar waren. Viele haben sehr persönlich über ihren Werdegang, ihre Erfolge, aber auch ihre Rückschläge bei den Bewerbungen gesprochen. Daran hat man gemerkt, dass alle Referenten und Referentin nicht nur gekommen waren, um ihre Firma zu präsentieren, sondern auch, um die J1ler auf ihrem Weg in den Beruf als Partner zu begleiten. Das hat ihnen nach zwei Jahren Pandemie besonders gutgetan.

1. Bildungspartnertag

Chaos, Start-ups und das Klima

Sommerakademieteilnehmer*innen 2022

Schüler und Schülerinnen des FAGs gehen im Sommer auf Begabtenakademien

Wie jedes Jahr hat das FAG Schüler und Schülerinnen der Klassen 9 und J1 für die Begabtenakademien des Landes und des Bundes vorgeschlagen. Alle drei Kandidaten haben einen Platz bekommen. Außerdem durfte das FAG zwei Schüler und eine Schülerin für das RYLA-Seminar der Ludwigsburger Rotarier nominieren.

Imanuel Fehse aus Klasse 9c geht im Sommer für zwei Wochen auf die Science Academy Baden-Württemberg in Adelsheim. Endlich dürfen sich alle wieder dort treffen. Er musste sich für drei Themen ausführlich bewerben und wurde schließlich zum Kurs 3 Mathematik/Informatik mit dem Thema Dem Klimawandel auf der Spur zugelassen. Imanuel war bereits bei seinem Auftaktwochenende und zeigt sich tief beeindruckt von dem Können der anderen Schüler und Schülerinnen. „Einer hat sogar schon eine eigene Firma“, wundert er sich. Das ist ja für einen Schüler der Klasse 9 wirklich erstaunlich. Imanuel freut sich schon jetzt sehr auf den Sommer und all die guten Ideen, die die anderen Kursteilnehmer mitbringen. So viel weiß er schon: es wird viel programmiert.
Mara Strohm (J1) (Foto r.) reist bereits vor Beginn der Ferien in das Tagungshaus Schloss Torgelow, sonst ein Internat, am Torgelow See in Mecklenburg-Vorpommern. Mara hat Glück, denn wegen der schönen Lage gilt Torgelow als der beliebteste Tagungsort der Deutschen Schülerakademie. Mara hat sich für fünf Themen beworben und schließlich eine Zulassung zu dem Thema Sprung in die Welt der Start-ups – Über Entrepreneurship und die Entwicklung eigener Gründungsidee. Vielleicht hat Mara ja dann bald auch eine eigene Firma. Normalerweise wird bei der Deutschen Schülerakademie nur ein Kandidat, eine Kandidatin pro Schule zugelassen. Auch Christina Räke (ebenfalls J1) hatte also Glück, denn sie erhielt einen Platz bei einer einwöchigen Online-Akademie: Chaos und Kipppunkte - Was wir von Differenzialgleichungen über Systemstabilität lernen können. Sie wird sich im August mit diesem Thema befassen.
Alle Themen scheinen spannend und anspruchsvoll zu sein. Noch wichtiger als in anderen Jahren ist aber für Teilnehmer nach der Pandemie das Treffen mit Schülern und Schülerinnen von anderen Schulen oder sogar aus anderen Bundesländern. Begegnung und Spaß sind bei diesen Tagungen neben der intellektuellen Auseinandersetzung immer wichtig, aber in diesem Jahr eben ganz besonders.

Darüber hinaus nahmen Leonie Lehmann, Frederik Vossen, Luis Ruf, (Foto v.l.n.r.) aus J1 schon auf einer Sommertagung der Ludwigsburger Rotarier teil. In den USA kennt jeder Schüler der Abschlussklassen den Begriff RYLA: Rotary Young Leaders Award. Die Schulen wählen dort aus den besten Schülern der 11. Klasse Kandidaten aus, um sie für dieses hochklassige Angebot der Rotarier zu nominieren. Es geht darum, den Schülern einen Einblick in ihre Berufswelt von morgen zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihren weiteren Lebensweg gut durchzudenken und zu planen. Auch der Rotarier-Club Ludwigsburg beteiligt sich seit Jahren mit einem aufwendigen Wochenend-Programm an diesem Konzept. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen trafen sich mit vielen Rotariern lang auf dem Michaelsberg zu dem Thema „Lust auf Morgen – Wie gewinnen wir die Zukunft?“. Alle drei kamen beglückt und mit vielen neuen Ideen für die Zukunft zurück. Besonders gefallen hat ihnen, dass alle Erwachsenen so nahbar waren.

Sommerakademieteilnehmer*innen 2022

Am Himmel stand es schon geschrieben: Abitur 2022 am FAG

Abiturjahrgang 2022

Leonie Schulte macht eines der besten Abiture in Deutschland

Wie stolz muss man als Eltern sein, wenn man diese Botschaft an den Himmel schreibt. 78 Schülerinnen und Schüler haben letzte Woche am Friedrich-Abel-Gymnasium Abitur gemacht, zwei von ihnen müssen krankheitsbedingt noch Prüfungen nachholen. Aber ihr Abitur ist schon sicher. Am Freitagabend wurden in feierlichem Rahmen in der Halle im See in Kleinglattbach die Zeugnisse an die Abiturientinnen und Abiturienten übergeben: Nach zwei Jahren durften ohne Abstand und Masken auch wieder alle Geschwister, die Großeltern und Freunde kommen, um diesen besonderen Moment mitzufeiern.
Die Mini-Bigband der Abiturientinnen und Abiturienten heizten gleich zu Beginn der Veranstaltung mit „Can´t buy me love“ ein. In seiner Abiturrede setzte sich dann Herr Damp in humorischer Weise mit dem Abi-Reden Generator von „Spiegel Online“ auseinander. Dieser rät Schulleitern folgende Gliederung: Begrüßung, Anlass, lateinischer Sinnspruch, Gratulation, Statistik, Engagement, Zukunft und Schlussformel. Der lateinische Sinnspruch war natürlich „non scholae, sed vitae discimus“; aber alternativ wurde auch „mens sana in bacardi soda“ angeboten. Herr Damp ist es wichtig, dass die Abiturientinnen nicht nur mathematische Begriffe mitnehmen, sondern auch Methoden- und Sozialkompetenzen, Spaß an der Teamarbeit und ein tiefes Verständnis von Demokratie. Richtig ernst wurde es dann bei dem Punkt Statistik: Die 78 Abiturientinnen und Abiturienten haben dieses Jahr im Abitur 46.745 Punkte gesammelt, das sind Durchschnitt 615 Punkte und ein Abiturschnitt von 2,2 in Noten - was nur geringfügig von dem letztjährigen Erfolgsschnitt abwich. Vier Schülerinnen haben einen Traumschnitt von 1,0 erreicht, so viele wie noch nie am FAG. Neben dem fachlichen Engagement haben sich die Schüler auch in der SMV, beim Theater und in den verschiedenen Musik-AGs engagiert und somit die Schule - trotz Pandemie - zu einem lebendigen Lernort gemacht. Für die Zukunft wünscht er den Schülern Mut zu politischem Engagement in unseren schwierigen Zeiten. Dem Abi-Motto „Coronabier – die Schule war häufiger dicht als wir“ stellte Herr Damp noch weitere Corona-Alternativen gegenüber: ABIontech: Endlich kommen wir auf den Markt oder Abi 2022 - Mehr Tests gemacht als geschrieben oder Abi 2022 - Die Noten sind besser als die Internetverbindung.
Im Anschluss sprach die Elternbeiratsvorsitzende Susanne Schumacher darüber, dass sie nun bei ihrer sechsten Abiturrede zum ersten Mal auch ein „Kind“ im Abitur hatte. Sie zeigte auf, was in den letzten 7315 Tagen vor dieser Zeugnisübergabe Jahr für Jahr in der Welt und für die Kinder in Vaihingen passierte: 2005 wurde Ratzinger Papst, 2014 Deutschland Weltmeister, 2016 spielten die Kids Pokemon Go und fuhren im Jahr darauf nach Eastbourne. 2020 war das Jugendwort des Jahres lost. Und dann noch der Ukrainekrieg. Das alles ist passierte, während diese Abiturientinnen und Abiturienten heranwuchsen. Wenn man es selbst als Mutter erlebt, vergeht die Zeit schnell.
Es folgte die Zeugnisübergabe an alle Abiturientinnen und Abiturienten durch Herr Damp, der auch neun Belobungen aussprechen konnte. Nach einer Fotopause hielte Leonie Schulte, die diesjährige Preisträgerin des Scheffelpreises, die Abiturientenrede. Sie nahm die Zuhörer mit auf eine lyrische Reise durch die Schulzeit der Abiturienten. Sie führte durch die Jahre zu den Orten der Schulzeit, solange man reisen durfte, durch manches stoffliche Thema hin zu dem heutigen Tag und dem Abschied. Begleitet wurde Leonies Weg Bilder und literarische Zitate, so z.B. Henry Miller: „Das Reiseziel ist nie ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu betrachten.” Mit Augustinus´ Worten „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite“ gab Leonie ihren Mitabiturientinnen und Mitabiturienten noch einen Rat für die Zukunft mit, versteckte darin aber auch die Trauer um die verlorenen Jahre.
Die Abi-Bigband und ein kleiner Abi-Chor griffen mit „ I´m still standing“ den nachdenklichen Teil von Leonies Rede auf. Zwar hatte der Song viel Schwung und animierte alle zum Mitrocken, aber eigentlich lautete die Botschaft: Wir haben die Jahre überlebt. Die anschließende Preisverleihung dauerte etwas länger, denn es wurden 55 Preise vergeben. 22 waren Preise von außenhalb der Schule, acht Preise wurden von den Fachschaften des FAG gestiftet. Für besonders Engagement zum Wohle der Schule erhielt Ben Adam den FAG-Zimmermann-Preis. 25 Abiturienten erhielten einen NC-Preis für einen Abitur-Durchschnitt von 1,0 bis 1,9. Der Höhepunkt war die Vergabe der vier Preise für die Abiturschnitte mit 1,0 an Leonie Schulte, Rebecca Krüger, Lena Eppinger und Laura Wizgall. Diese Zahl ist schon an sich imponierend genug, aber fast unglaublich ist die Leistung von Leonie Schulte, die mit 898 von 900 Punkten eines der besten Abiture in Deutschland 2022 gemacht hat. Dafür wurde Leonie durch Herrn Flöter von der VR-Bank mit dem Abiturientenpreis der VR-Bank ausgezeichnet.
Und wer hat nun das Motto in den Himmel geschrieben? An diesem Abend waren alle Eltern so stolz. In ihren Herzen haben es alle getan. Und wer es ganz genau wissen will: es stand schon in der VKZ.
Das Abitur haben diese Jahr am FAG bestanden: Ben Adam (FAG-Zimmermann-Preis), Lena Behnke (Belobung), Jean-Luc Bertôche, Carolin Both (Belobung), Andri Brett, Nils Buchholz (NC-Preis), Vasiliki Chatzopoulou, Minela Custic (FAG-Theater), Paul Daiß (Belobung, Wirtschaft: Südwestmetall), Hannah Daub, Ronja Decker, Timo Egger, Alessa Ehrenfried (Bildrahmung Galerie Burkhardt), Timo Engel, Lena Eppinger (NC-Preis, Blessing4you-Preis Französisch, Häcker-Chemie-Preis), Johannes Ernst, Marlene Ferdinand, Cedric Fiedler (NC-Preis, DPG-Mitgliedschaft), Valentin Fink, Kira Fischer, Moritz Fischle (Belobung), Sophie Franke (Belobung), Mika Frantz, Tobias Gauß (Belobung), Richard-Elsen Groeneveld, Daniel Heinrichsdorff, Jonas Henkel, Mailin Herdtfelder (NC-Preis, FAG-Geschichte), Nils Horvath, Cristina Karch, Klara Kilpper, Joel Kintrup, Simon Knoll, Jona Köpff (NC-Preis), Stefanie Kopriva (Belobung), Rebecca Krüger (NC-Preis, Blessing4you-Preis Englisch, FAG-Biologie), Marc Kühlbrey (DPG-Mitgliedschaft, Trumpf-NwT-Preis), Michelle Kuhne (NC-Preis), Ben Landgraf, Jochen Michaelis, Luca Mißbach (NC-Preis, DPG-Mitgliedschaft), Nick Müller (NC-Preis, FAG-Sport), Henrik Neibig (NC-Preis, DPG-Mitgliedschaft, Trumpf-NwT-Preis), Fabia Noack (NC-Preis, Häcker-Chemie-Preis, FAG-Sport), Nils Off (NC-Preis, GK-Preis der LzpB, Paul-Schempp-Preis), Hannah Ohms (NC-Preis), Pauline Raisch, Kai Rosenkranz, Ida Sautter (NC-Preis, Feltrinelli-Buchpreis des iicstoccarda), Samuel Scharpf (NC-Preis, Trumpf-NwT-Preis), Lena Schiller (NC-Preis), Jan Schlageter, Niklas Schmeckenbächer (NC-Preis), Luis Schmidt, Leonie Schulte (NC-Preis, Scheffelpreis, Bischof-Sproll-Preis, Deutsche Mathematikervereinigung, Gesellschaft Deutscher Chemiker, FAG-Debating), Luna-Marie Schwerdtle (NC-Preis), Selma Settele (Belobung), Nail Shehab, Simon Silhanek, Leonie Sonnberger (Belobung), Marie Stäcker (NC-Preis; FAG-Geographie), Rahel Stärk, Franziska Steiner (NC-Preis), Joshua Stier, Gergely Südi, Friedrich Toberer, Johannes Urban (NC-Preis), Ekaterini Varada (NC-Preis), Jakob Walliser, Fabian Wasserbäch, Marina Weiss, Vincent Weiss, Laura Wizgall (NC-Preis, Gesellschaft Deutscher Chemiker), Kiara Wöhr (NC-Preis, Blessing4you- Preis Italienisch), Clément Wolf, Sophie Wulf, Larissa Zackel, Alessa Zarbock.

Abiturjahrgang 2022

An den T-Shirts werdet ihr sie erkennen

Fördervereinvertreter mit neuen T-Laufshirts

FAG-Förderverein sponsert neue Lauf-Shirts

Es ist am FAG gute Tradition an den verschieden Laufveranstaltungen in der Umgebung von Vaihingen teilzunehmen. Das erhöht nicht nur die Kondition und Motivation der Schüler und Schülerinnen und trägt zu ihrer Gesundheit bei, sondern die Teilnahme bringt oft auch Einnahmen für die Klassenkassen und die Schule. Die Schülerinnen und Schüler vertreten bei den Läufen das FAG in der Öffentlichkeit und so ist es schön, dass man die FAGler dann an ihren blauen T-Shirts mit Abel-Kopf und dem Schul-Logo gut erkennt. In diesem Jahr - nach der langen wettkampflosen Coronazeit - waren die FAGler besonders motiviert und aktiv: Sie erhielten beim Ensinger Laufcup, dem einzigen Schülerlauf in diesem Schuljahr, den Preis für die größte Teilnehmergruppe. Für so viele Schüler reichten die alten T-Shirts allerdings nicht mehr aus. Durch die Coronazeit haben sich immer weniger Schülerinnen und Schüler ein eigenes T-Shirt gekauft oder sie sind aus ihren eigenen herausgewachsen. Der Förderverein des FAG (auf dem Foto in gelb: Andrea Hunt und Steffen Althaus) war netterweise sofort bereit, der Fachschaft Sport unter die Arme zu greifen.
Auch schon vor diesem Lauf war die Anzahl der T-Shirts knapp, weil es nach den Rennen nicht immer alle Laufshirts zurück in die Schule schaffen. In den letzten neun Jahren waren 60 T-Shirts am Start. Für eine erneute Ergänzung der Shirts hat der Förderverein nun 300 Euro zur Verfügung gestellt. Damit konnte die Fachschaft Sport 16 neue T-Shirts anschaffen. Den Druck auf der Rückseite sponserte die Firma Sämann durch ihre Werbung.

Die schuleigenen T-Shirts haben übrigens Rückennummern. Wer jetzt also ein schlechtes Gewissen hat, weil in seinem Schrank noch ein FAG-Shirt mit einer Nummer liegt, kann dieses heimlich nachts bei der T-Shirt-Klappe am Lehrerzimmer ablegen!

Fördervereinvertreter mit neuen T-Laufshirts

Und fast jeden Tag gibt es ein Viergänge-Menü

Jannis (l.) und Mathieu in der Provence

Jannis Pickert – vierwöchiger Austausch mit Frankreich im Mai

Da wegen der Pandemie kein regulärer Austausch mit Frankreich in Klasse 8 stattfand, hat sich Jannis Pickert aus der Klasse 9a des Friedrich-Abel-Gymnasiums im Oktober 2021 bei dem Austauschprogramm 2x4 Wochen des Kultusministeriums in Baden-Württemberg für Frankreich beworben. Im Januar 2022 bekam er Post von der deutsch-französischen Schülerbegegnungsstätte Breisach. Sie haben einen passenden Austauschschüler für ihn gefunden, der auch 15 Jahre alt ist und gerne Fahrrad fährt. Die Freude war groß und die Eltern haben bald miteinander telefoniert, um die Zeitfenster für den gegenseitigen Austausch zu vereinbaren. Beide sollten jeweils drei Wochen die Schule im anderen Land besuchen und eine Woche Ferien mit der Gastfamilie verbringen.
Jannis‘ Gastbruder Matthieu ist sehr sportlich, fährt in seiner Freizeit Rennrad und spielt Rugby. Seine Eltern heißen François (Ingenieur) und Bénédicte (Logopädin). Sein großer Bruder studiert in Paris und seine große Schwester in Marseille.
Nachdem seine Eltern Jannis in Lyon der Gastfamilie übergeben hatten, ist er mit seiner neuen Familie direkt eine Woche in deren Ferienhaus in der Provence gefahren. Dieses Ferienhaus ist ein bisschen anders als normale Ferienhäuser, da es ein ehemaliges Kühlhaus ist (Glacière). Es ist rund, relativ groß und tief. Während am FAG die Schule schon wieder angefangen hatte, konnte Jannis dort viel wandern, klettern, joggen und auch im Mittelmeer nahe Marseille baden gegangen. Man hatte einen unglaublich schönen Blick über die Berge und konnte die Ruhe in der mediterranen Vegetation genießen. Ab und zu kam ein dreibeiniger Fuchs vorbei, der sehr zutraulich war. Die Kids mussten dort beim Holzmachen mit anpacken, sowie die lange Holperstraße zum Haus pflegen.
Der Nachteil dieser Idylle war, dass man dort sehr schlechten Handy- und Internetempfang hatte und Jannis deshalb kaum Kontakt zu seiner Familie halten konnte.
Nach den Ferien kamen dann die drei Wochen in der französischen Schule. Die erste Woche war sehr ungewohnt und anstrengend, da es relativ große Unterschiede zwischen der Schule in Deutschland und Frankreich gibt. Dort beginnt die Schule erst um 8 Uhr und am Eingangstor wird eine Schulkarte von den „Surveillants“ kontrolliert, bevor die Klasse sich in einer Zweierreihe aufstellt und darauf wartet, vom Lehrer abgeholt zu werden. Außerdem gehen die Stunden dort 55 Minuten lang. Vormittags hat man vier Stunden Unterricht, dann 1,5 Stunden Mittagspause und dann nochmal drei Stunden bis um 17 Uhr. Nur mittwochs endet die Schule um 12 Uhr Schule und nachmittags hat man Zeit für das Hobby.
In den Pausen ist es deutlich lauter als am FAG, weil es nur einen Schulhof gibt, der relativ klein und ummauert ist und alle Klassen so viel näher beieinander sind. Der Lärmpegel machte es Jannis anfangs ziemlich schwer, den Pausengesprächen zu folgen. Überrascht hat ihn, dass man immer noch viele Nazi-Witze über Deutsche macht.
Da die Schule bis 17 Uhr geht, hat man wenig Freizeit. Trotzdem sind Jannis und sein Gastbruder abends oft noch Rennradfahren in Lyon gewesen. Die Wohnung war nur zehn Minuten mit dem Rad von der Innstadt entfernt und sie konnten an den beiden Flüssen Rhône und Saône vorbei auf den Fourvière-Hügel zur Basilique Notre-Dame de Fourvière fahren. Von diesem Wahrzeichen Lyons kann man über die ganze Stadt blicken. Außerdem haben sie abends manchmal mit Freunden oder zu zweit Rugby gespielt. Rugby ist eine sehr beliebte und bedeutende Sportart in Lyon. Da es sehr warm war, waren sie auch oft im Freibad und an einem See in den Bergen.
Da Mathieu für seinen mittleren Abschluss (Brevet) lernen musste, haben seine Eltern auch viel mit Jannis unternommen, wie z. B. Kino, Klavierkonzert, Museum.
Bénédicte hat immer sehr lecker gekocht und es gab eigentlich täglich ein Vier-Gänge-Menü: Salat – Hauptspeise – Dessert – Käse. Besonders gut gefallen hat Jannis der Brauch des „Goûter“ (Nachmittagssnacks nach der Schule), der den Hunger nach der Schule bis zum späten Abendessen gegen 21:30 Uhr füllen sollte.
Anfangs war es für Jannis unglaublich schwierig die Sprache zu verstehen, weil alle sehr undeutlich und schnell gesprochen haben. Irgendwann hat er nur noch gelächelt und genickt und war ziemlich müde von dem vielen Input. Doch nach der ersten Woche in der Provence verstand er schon deutlich mehr innerhalb der Familie. Dabei half mir auch ein kleines Heft, in das er alles Wichtige reingeschrieben habe. Ab der zweiten Woche hatte die Familie ein Sprechtempo gefunden, in dem er sie gut verstehen konnte. Den Lehrern in der Schule zu folgen, erwies sich als deutlich schwieriger. Ab der dritten Woche konnte sich Jannis zunehmend an den Gesprächen beteiligen und seine eigenen Fortschritte wahrnehmen.
Im Rückblick denkt Jannis gerne an seine sehr schöne, abwechslungsreiche Zeit in Lyon. Jeden Tag fallen ihm jetzt Erlebnisse und Begegnungen ein, die ihn dort geprägt haben. Und manchmal kommen einfach französische Sätze in seinen Kopf und er hat Lust Französisch zu sprechen. Er freut sich schon darauf, Mathieu im Oktober sein Zuhause, seine Schule, und Vaihingen zu zeigen.

Jannis (l.) und Mathieu in der Provence

Ein Abend voll Sehnsucht, Dankbarkeit und Abschied

Chor am Sommerkonzert

Wenn Musik den Menschen durch die Zeit hilft – Sommerkonzert am FAG

Ansicht Links Was mussten wir in den letzten Jahren nicht alles bewältigen? Jetzt ist es wieder Zeit durchzuatmen und Musik zu genießen. Die Musiker des Friedrich-Abel-Gymnasiums hatten dafür bei Probentagen in Weikersheim ein sommerliches Konzert vorbereitet. Schon vor Beginn der Aufführung war die Vorfreude zu spüren: „Wie lange haben wir auf diesen Auftritt gewartet? Endlich wieder Publikum.“ Ihre Sehnsucht hatten die Musiker und Sänger in viele Liebeslieder gepackt.BigBand rechts
OrchesterMit Musik aus den Filmen „Star Wars“ und „Harry Potter“ schickte das Orchester seine Zuhörer zu Beginn gleich in andere Welten. In „City Of Stars“ aus dem Film „La-La-La-Land“ war die Sehnsucht nach einer Liebesgeschichte an diesem Abend zum ersten Mal deutlich zu spüren. Barbara Linn sang - vom Orchester begleitet – „Gabriellas Song“ in dänischer Sprache. Auch ohne deutschen Text ließ Barbara uns den Wunsch nach Aufbruch und Leben spüren. Mit der „Bohemian Rhapsody“ erzählte das Orchester zum Schluss, dass sich nicht alle Lebenswünsche erfüllen, nicht für Freddy Mercury und wahrscheinlich auch nicht für uns.
In den Zwischentexten wurde immer wieder die große Dankbarkeit dafür deutlich, dass die Pandemie Pause macht und uns somit die Möglichkeit gibt, wieder andere Projekte zu verfolgen.
ChorDer Chor bezauberte im zweiten Teil des Konzerts mit „Just The Way You Are“ gleich am Anfang noch einmal mit einem Liebeslied. Aber mit Adeles „Easy On Me“ wurde den Zuhörern klar, dass alle Liebesgeschichten einmal zu Ende gehen: „I had no time to choose what I chose to do“. Waren Adeles Abschiedsworte nicht auch passend für unsere Situation in den letzten zwei Jahren? Und während man noch nachdachte, überwältigte der Chor mit „Someone Like You“ und wechselnden Solostimmen das Publikum. Da waren sie, die Gefühle, die wir so lange zurückgehalten haben. Die Pandemie hat in uns so viele Sehnsüchte geweckt, uns aber auch den Wert von Zuhause und Heimat vor Augen geführt. Deshalb fordert der norwegische Song „Runaway“ von Aurora am Ende auch immer wieder „take me home“.Barbara und Rebecca
Im Lockdown hatte die ehemalige FAG-Schülerin Katharina Linn, jetzt Musikstudentin in Mannheim, für ihr Bachelor-Projekt „Baba Yetu“, ein „Vater Unser“ in Swahili, mit dem FAG-Chor online vorbereitet. Ziel des Projektes war es, interkulturelle Elemente mit einem Schulchor einzuüben: Ferne, Sehnsucht, Rhythmus, Glaube, sanfte Bewegungen der Sängerinnen. Der Chor schaffte es mühelos, uns nach Südafrika mitzunehmen. Wie die Sängerinnen im Fernunterricht geprobt hat, kann man in einem Video der Fachschaft Musik auf der Homepage des FAGs anschauen.
Spätestens jetzt wurde allen Betroffenen deutlich: dies war auch der Abschied der Abiturienten und Abiturientinnen. Die Pandemie hat sie um zwei Jahre dieser wunderbaren Auftritte betrogen. Gehen, Bleiben, Sehnsucht, Erfüllung und immer wieder auch Trennung, das ganze Leben eben.
Da war es gut, dass die Big Band mit großem Orchester auftrat und mit „Can´t Buy Me Love“ die Zuschauer schmissig und laut in die Gegenwart zurückholte. Bei den Jazzstücken „Cantaloup Island“, „Good Times“ und „Cissy Strut“ konnte jeder noch etwas seinen eigenen Gedanken nachhängen und sich selbst wieder zusammensetzen. Ein wunderbares Konzert ging zu Ende. „Happy days are here again“, heißt es in „Good Times“ für alle und für die Abiturienten gibt es in Gabriellas Song die Botschaft: „Jetzt gehört das Leben mir.“

Der besondere Dank geht an die Musiklehrer Regina Bauer, Miriam Sauter und Markus Sauter für diese emotionale Wiederbegegnung mit der Musik.

Chor am Sommerkonzert

La France en direct – Frankreich ganz nah

FAG im Elsass

Schüler des FAG besuchen für einen Tag ihre Austauschpartner im Elsass

Es ist nicht weit bis zum collège des châteaux in Châtenois im Elsass, aber durch die Pandemie war es bisher nicht möglich, in die 180 Kilometer entfernte Partnerschule des FAG zu fahren. Aber nun freuten sich 43 Acht- und Siebtklässler umso mehr, zusammen mit ihren Lehrerinnen Petra Neher und Birgit Gellink einen erlebnisreichen Aktionstag im Elsass zu verbringen.

BurgAm Vormittag lernten die Schüler den französischen Schulalltag kennen. Sie nahmen am Unterricht teil und erhielten eine Schulführung, die sie auch ins CDI führte. Ein CDI ist weit mehr als eine Schulbibliothek: Es ist ein Ort der Recherche, des Wissens und der Ruhe, den die deutschen Schüler mit einer spielerischen Rallye erkunden konnten. Die Erlebnisse des Vormittags konnten beim gemeinsamen Mittagessen zusammen mit den Austauschpartnern besprochen werden.Mensa Einig waren sich die deutschen Schüler, dass es in Frankreich strengere Regeln gibt: So hat eine Schülergruppe im Unterricht mitbekommen, dass eine französische Schülerin, die ihr Handy nicht wie vorgeschrieben im Rucksack verstaut hatte, sondern lediglich in der Hosentasche, eine Strafarbeit erhielt. Anders ist auch, dass die Schüler nach der Pause im Schulhof vom Lehrer abgeholt werden und nicht allein ins Schulgebäude dürfen. Während die Handyregelung von den Deutschen einhellig als zu streng gesehen wurde, hat diese Regelung vielen gefallen. „Dann ist nicht so ein Durcheinander in den Gängen“, meinte Laura dazu.
ElsassNach dem Mittagessen – übrigens ganz französisch mit mehreren Gängen, dazu Käse und Baguette – erkundeten die Schüler in gemischten Kleingruppen Châtenois bei einer Fotorallye. Zurück im collège konnten die Schüler ihren Austauschpartner bei einem Partnerinterview noch besser kennenlernen. Beim gemeinsamen Abschluss war klar: Es gibt zwar viele Unterschiede zwischen deutschen und französischen Schulen und zwischen Deutschen und Franzosen, aber noch mehr Gemeinsamkeiten. Die FAGler waren beeindruckt von der Freundlichkeit und Offenheit ihrer Gastgeber und wissen jetzt, dass es zum einen geographisch nicht weit ist bis nach Châtenois und zum anderen auch der Weg in die Herzen ihrer neuen Freunde sehr schnell zu bewältigen war.

 

FAG im Elsass

Wenn man drei Jahre probt

Wenn man drei Jahre probt

Theater-AG kann endlich Kleists Amphitryon vorstellen.

 

Eigentlich ist die Handlung von Kleists Amphitryon an sich ja schon verwirrend: Amphitryon, der König von Theben, ist mit seinem Diener Sosias in einem Lager außerhalb von Theben. Gott Zeus nutzt Amphitryons Abwesenheit, um mit dessen Frau Alkmene eine Nacht zu verbringen. Doch hat er sich vorher in Amphitryon verwandelt, so dass Alkmene von einer verfrühten Heimkehr ihres Mannes ausgeht. Zeus‘ Begleiter Merkur versucht wenig erfolgreich, sich der Frau des Sosias zu nähern. Als nun die beiden wirklich aus dem Lager heimkehren, erzählen die Frauen arglos von der vergangenen Nacht und die Verwirrung beginnt: Hätte nicht die Ehefrau erkennen müssen, dass es sich in der vergangenen Nacht nicht um ihren Mann gehandelt hatte? War es denn ein anderer, der in ihrem Bette lag, und ist der, der nun vor ihr steht, etwa ein Betrüger?Bilder der Aufführung

Nicht anders geht es Sosias mit seiner Frau Chairis. Doch bald wissen auch die Rückkehrer nicht mehr, wer sie wirklich sind.

Drei Jahre hat die Theater- AG an diesem Stück geprobt. Immer wieder mit neuen Corona-Verwirrungen. Anfänglich saß jeder Schauspieler in seinem Zimmer zu Hause, im Lockdown, bei Online-Unterricht. An eine Live-Aufführung war nicht zu denken. Also entstand die Idee zum Film. Erste Szenen hat jeder für sich in seinem Kämmerlein gedreht. Dann endlich die Rückkehr in die Schule, aber nur jeweils innerhalb einer Kohorte und nur draußen!

So wurden Alkmene und Amphitryon zuerst von Schülerinnen aus Klasse 12 dargestellt, in der nächsten Szene wurden sie von Unterstufenschülern gespielt. Da man schon mal mit dem Tauschen angefangen hatte, spielte bald auch noch Alkmene den Amphitryon und umgekehrt. Wie konnte man sich in solch einem Wirrwarr noch zurechtfinden? Doch sehr schnell hatten die Zuschauer verstanden, dass die Schauspieler ihre (beschrifteten!) T-Shirts tauschten. Da waren nun auch Jupiter und Merkur, die beiden Bösewichte, die Tunichtgute, die Verführer. Selbst in den Momenten tiefster innerer Verwirrung der Menschen, blieben die Götter immer gut zu erkennen: Zeus mit einem stilisierten Blitz auf dem Rücken und Merkur mit den berühmten Flügelchen auf der Kappe. Was hatte Zeus da aus reinem Drall nur angestellt? Alle Menschen waren über ihre eigene Identität verwirrt und Amphitryon musste für sich klären, wie er mit dem vermeintlichen Betrug seiner Frau umgehen sollte.

Viele Szenen waren in den letzten drei Jahren gefilmt worden, so manch ein Schauspieler, der schon lange zur Truppe des FAGs gehörte, hat bereits die Schule und Vaihingen nach dem Abitur verlassen. Da war die Wiedersehensfreude groß, als einige im Publikum auftauchten!

Zurzeit hat die Theater-AG nur acht junge Mitglieder. Wie sollte man in den letzten Corona-Jahren auch werben? Sie alle erweiterten den Film mit ihren Live-Auftritten. Aber nicht nur Amphitryon und Alkmene waren verwirrt, auch wir Zuschauer waren – und sind es: durch Corona, durch Fake-News und durch Hetze in den Medien. Wer bin ich? Wer war ich? Wer bin ich, wenn man mir versucht, die Würde zu nehmen? So konnte uns zum Schluss nicht nur Kleist mit seiner feinen Sprache überzeugen, sondern auch die Theater-AG mit ihrer aufwendigen Corona-Produktion und ihrer gelungenen Aktualisierung. Nicht verwirrt blieben in den ganzen drei Jahren Frau Weber und Frau Wolf, die die Truppe an einem roten Faden durch das Labyrinth der Herausforderungen führten.

 

Danke für diesen schönen Abend!