Abitur 2026

Abiturienten 2026

Bilanz und Aufbruch

Das FAG verabschiedet seine Abiturienten

Musikalischer Startmst. Es ist der Höhepunkt des Schuljahres: Alle Abiturprüfungen sind vorbei, die Zeugnisse liegen frisch gedruckt zum Unterschreiben bereit, die Redner feilen an ihren Beiträgen und das Friedrich-Abel-Gymnasium verabschiedet zuletzt seine Abiturienten – so geschehen am Freitag, dem 10. Juli 2026 in der Stadthalle Vaihingen. Den Auftakt der Abschlussfeier bildeten Schülerinnen und Schüler der Big Band mit dem Song „Cantaloupe Island“ unter der Leitung von Herrn Markus Sauter.

Abiturrede von Schulleiter DampNach der Begrüßung strich der Schulleiter Herr Stephan Damp in seiner Rede gleich zu Beginn hervor, dass alle 65 Abiturientinnen und Abiturienten, die zum Abitur zugelassen waren, auch bestanden hätten und der Durchschnitt nach Notenpunkten in diesem Jahr am Friedrich-Abel-Gymnasium 582,50 Punkte betrug, woraus sich ein Gesamtdurchschnitt von 2,39 für die Abiturnote ergibt. Nach dieser ersten Bilanz in Zahlen widmete sich Herr Damp dem Thema KI, das zunehmend auch das Schulleben am FAG beeinflusst. So strich er in seiner Rede heraus, dass die meisten Menschen noch vor wenigen Jahren bei der Erwähnung des Begriffes „KI“ an Science Fiction gedacht hätten und nun klinge es nach „digitaler Lernbegleitung in dialogischer Form“. Stephan Damp zog anschließend einen – vermutlich vor allem für Schüler interessanten – Vergleich heran, wie die Abi-Vorbereitung früher und im Gegensatz zu heute aussah: Bücher aufschlagen, Texte markieren, Karteikarten schreiben, verzweifeln, Kaffee trinken, weiter verzweifeln. Heute sehe es wie folgt aus: Laptop aufklappen, Prompt eingeben, Antwort kopieren, misstrauisch werden, zweite KI fragen, verzweifeln, dritte KI fragen, weiter verzweifeln. In der Folge hob Herr Damp hervor, was KI nicht könne: Sie ersetze nicht das eigene Denken, sie könne nicht entscheiden, ob das, was dastehe, wahr, erfunden oder sinnvoll sei. Sie könne nicht fühlen, wie sich eine letzte Prüfung anfühle, sie könne keine Freundschaften schließen und keine Stimmung wie die, die sich gerade in der Halle spüren lasse, erfahren. Sie könne nicht trösten und nicht lieben. Der Schulleiter des FAG schließt seine Rede mit einem Appell an die Absolventinnen und Absolventen: „Geht hinaus in die Welt. Denkt selbst. Bleibt menschlich.“

Auch Herr von Malsen-Waldkirch, der als Vertreter der Elternschaft die Abiturienten verabschiedete, thematisierte den Neuanfang, der jetzt für die Abiturienten anstehe und erinnerte in seiner Rede an das Jahr 2020. In diesem Jahr sei plötzlich nichts mehr selbstverständlich gewesen, das Familienleben sei von Fernunterricht, Stummschaltung und vermeintlich oder tatsächlich nicht funktionierenden Lautsprechern beherrscht gewesen. Die Schülerinnen und Schüler hätten zu dieser Zeit auf ihre Freunde, auf ihr soziales Leben verzichten müssen und kaum sei dies überstanden gewesen, hätte das Thema KI sich breitgemacht. Herr von Malsen-Waldkirch betonte, dass es wichtig sei, die richtigen Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Im Anschluss daran lobte er ausdrücklich die Lehrkräfte, die mit den Schülern nicht nur Klassenfahrten unternommen hätten, sondern Potentiale erkannt, Mut gemacht und sich Zeit genommen hätten. Er stellte fest, dass sich die Schülerinnen später an die Lehrer erinnern würden, die ihren Beruf geliebt und dies ihrer Schülerschaft auf vermittelt hätten.

Die Übergabe der Zeugnisse übernahmen Herr Rainer Geppert, stellvertretender Schulleiter, und Herr Benjamin Walf. Herr Geppert wies die Festgesellschaft darauf hin, dass Sophie Eisele krankheitsbedingt leider die letzten beiden mündlichen Prüfungen nicht absolvieren konnte, de facto das Abitur aber schon bestanden hätte und schickte unter großem Applaus die besten Wünsche an die Abwesende. Imanuel Fehse erreichte die Traumnote 1,0, war damit der jahrgangsbeste Absolvent und erhielt einen Preis der VR-Bank. Bei der Übergabe der Preise zeigte sich die Leistungsstärke des Jahrgangs: Insgesamt gab es 20 Preise und 6 Belobungen. Die 20 Preise für einen Notenschnitt von besser als 2,0 erhielten: Clara Haubennestel, Iris Grünewald, Lotta Kernberger, Daniel Bosch, Regina Rehm, Carlotta Schwizer, Paula Becker, Sven Philipp, Malte Schnitter, Felix Baath, Hanna Schneider, Eva Gellink, Florian Kastner, Sophie Döbler, Rahel Waimer, Jona Kaufmann, Anna Kopf, Julie Schlemme, Sandor Kovac und Imanuel Fehse.
Die 6 Belobungen für einen Notenschnitt von 2,0 bis 2,1 gingen an Linda Riedel, Manuel Schneider, Levi Schuhmacher, Benjamin Smith, Max Streisel und Liam Waibel.

Scheffel-PreisträgerinDie Rede der Scheffel-Preisträgerin – in diesem Jahr Paula Becker – stellt den Höhepunkt des Abends dar. Der nach Joseph Victor von Scheffel (1826-1888) benannte Scheffel-Preis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch wird seit 1928 von der Literarischen Gesellschaft verliehen und ist sehr renommiert. Paula Becker zog in ihrer Rede eine Bilanz der Schulzeit, erinnerte ihre Schulzeit, die den Abiturienten die Anfänge von dem gezeigt hätte, was sie seien, was sie sein würden und was sie gewesen wären. Dazu gehörten Dinge, Gefühle und Erfahrungen, die niemand ganz erfassen könne. Irgendwo in diesem Spektrum liegt für die Rednerin die durch die Schule geförderte Fähigkeit, zuzustimmen, gegen etwas zu sein oder sich auch unsicher zu sein. Und so banal dies auch klinge, für Paula Becker sind das die grundlegenden Dinge für ein gelingendes Leben. Sie unterstrich im Anschluss die Bedeutung kritischen Denkens, des Reflektierens und der Auseinandersetzung. Die Welt werfe einem, mit ihrer Schnelllebigkeit, immer mehr Debatten an den Kopf, die eine Meinung zu verlangen scheinen: Deswegen sei es in der Folge an den Absolventen, Stellung zu nehmen und etwas zu sagen, zu Menschen- und Frauenrechten, zum Klimawandel oder zu den wichtigen Fragen in der nationalen und internationalen Politik - überhaupt zu allem, was die Welt bewege. Die Scheffel-Preisträgerin erinnert am Ende ihrer Rede an die Verantwortung der Abiturienten, die nun für Jugend und Zukunft stünden, Liebe in die Welt zu tragen, auch und besonders, wenn es manchmal hoffnungslos scheine.

Nach der Abiturientenrede wurden die Preise vergeben und in den Sprachen wurden folgende Auszeichnungen verliehen:
Der Feltrinelli-Buchpreis des Istituto Italiano di Cultura di Stoccarda ging an Fiona Plan. Der Fremdsprachenpreis Englisch wurde Anna Kopf und Hanna Schneider überreicht, den Fremdsprachenpreis Französisch (alle von Blessings4you) erhielt Sophie Eisele.
Paula Becker wurde – wie bereits erwähnt – der Scheffelpreis für außerordentliche Leistungen im Fach Deutsch und der Bischof-Sproll-Preis überreicht.
Mit dem Südwestmetall-Fachpreis Wirtschaft wurde Jona Kaufmann ausgezeichnet.
Im Fach Mathematik ging der Preis der deutschen Mathematikvereinigung an Imanuel Fehse, außerdem der Abiturientenpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker.
Der Häcker-Chemiepreis ging an Rahel Waimer und Sophie Döbler.
Den DPG-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft samt Mitgliedschaft erhielt Sandor Kovac. Über eine DPG-Mitgliedschaft freuten sich außerdem Felix Baath, Florian Kastner, Manuel Schneider, Benjamin Smith.
Den Trumpf-NwT-Preis erhielten Florian Kastner und Sandor Kovac sowie Imanuel Fehse, der zudem den Preis des Vereins der NwT-Lehrkräfte BW überreicht bekam.
Den Vaihinger Musikpreis von Blessings4you erhielt Daniel Bosch.
Der Vaihinger Sonderpreis Bildende Kunst zusammen mit einer Bild-Rahmung der Galerie Burkhardt wurde Julie Schlemme überreicht.
Imanuel Fehse erhielt den FAG-Zimmermann-Preis für sein Engagement für die Schulgemeinschaft.

Musik-AGNach der Übergabe der Preise ließen die Schülerinnen und Schüler der Musik-AG zum Abschluss „I just might“ erklingen.

Alle Absolventinnen und Absolventen am Friedrich-Abel-Gymnasium Abiturjahrgang 2026: Felix Baath, Sophie Bauer, Paula Becker, Berberich, Elias Binici, Emma Bomberg, Daniel Bosch, Nadine Brod, Karol Brzoza, Ben Cortese, Sophie Döbler, Marie Donabauer, Sophie Eisele, Adrian Elsenhans, Nadia-Sheyma El-Youssef, Sophie Falkenburg, Imanuel Fehse, Leni Fischle, Eva Gellink, Iris Grünewald, Nathanael Hahn, Clara Haubennestel, Tim Hausmann, Leah Henkel, Yannick Herges, Elias Jacob, Florian Kastner, Jona Kaufmann, Lotta Kernberger, Leon Kicherer, Kiesel, Anna Kopf, Sandor Kovac Hannes Litschko, Wan Ying Liu, Mona Olbrich, Hanna Pfleiderer, Sven Philipp, Fiona Plan, Darrelle Plewa, Benjamin Raisch, Regina Rehm, Linda Riedel, Lena Rostan, Aron Sakpah, Yasemin Schilling, Julie Schlemme, Alissa Schmeckenbächer, Hanna Schneider, Manuel Schneider, Levi Schuhmacher, Carlotta Schweizer, Paul Smead, Benjamin Smith, Emma Stempel, Max Streisel, Maximilian Tvrdak, Emma von Malsen-Waldkirch, Liam Waibel, Rahel Waimer, Emma Weber, Silvan Weik, Jannik Wenz, Clara Wizgall, Leonie Wünsch.

Wieder ein erfolgreiches Informatik-Jahr am FAG

Teilnehmende des Jugendwettbewerbs Informatik 2026

1. und 2. Preise beim Jugendwettbewerb Informatik 2026

Am Friedrich-Abel-Gymnasium gibt es viele Möglichkeiten, sich mit Informatik zu beschäftigen: Im Informatik- oder IMP-Unterricht in Klasse 7 – J2, in der Informatik- oder MINT-AG, aber auch in Wettbewerben. Die Teilnahme am Jugendwettbewerb Informatik (JWINF), der in 2 Runden stattfand, wurde im IMP-Unterricht oder der Informatik-AG oder zusätzlich und außerhalb des Unterrichts in den Kategorien Bronze, Silber und Gold absolviert. Im Jugendwettbewerb Informatik werden Algorithmen für Probleme gesucht, die visuell mit Blöcken programmiert werden. Dabei geht es meist um Roboter, die um Hindernisse fahren müssen oder um Eingaben, die in bestimmter Form wieder ausgegeben werden sollen. Auf diese Weise kommen die Schülerinnen und Schüler spielerisch mit dem Programmieren in Berührung.


Damit das gut funktioniert, konnten sich die die jungen Tüftler in der Informatik-AG, im Informatikunterricht oder zu Hause mit Trainingsaufgaben online vorbereiten. 22 interessierte Schülerinnen und Schüler haben sich im März und Mai in ein oder zwei Runden jeweils 60-80 Minuten Zeit genommen und online am Wettbewerb teilgenommen. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich sogar für die 3. Runde des Jugendwettbewerbs qualifiziert. Dieser findet vom 1. September bis Ende November statt und umfasst die Junioraufgaben des Bundeswettbewerbs für Informatik. Wir drücken die Daumen!

Die Preise und Urkunden sind nun am FAG angekommen und konnten nun übergeben werden. Es gab für die ersten Preise in der zweiten Runde mit einer Gravur des JWINF’ eine Dry-Bag und für alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Aufkleber der entsprechenden Runde.
Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmenden!

Musikevent am FAG - von der Unterstufe

Unterstufenkonzert

Unterstufenkonzert mit Dichterparty und Eiswagen

MusikfachschaftDie Musikfachschaft des Friedrich-Abel-Gymnasiums lud am vergangenen Dienstag, dem 7. Juli 2026 zum Unterstufenkonzert in den MMV-Pavillon ein und sorgte mit dem Programm für einen sehr gelungenen und unterhaltsamen Abend. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Rainer Geppert, der das Unterstufenorchester unter der Leitung von Frau Ingrun Canzler, den Unterstufenchor, geführt von Frau Miriam Sauter, sowie die AG „Darstellendes Spiel“ unter Frau Katharina Broszat vorstellte, ertönte schon das erste Stück der jungen Musikanten.Orchester Das Unterstufenorchester gab unter anderem die Titel „Joy to the World“ und „Das große Tor von Kiew“ zum Besten. Letzteres stammt aus „Bilder einer Ausstellung“, der Vertonung von zehn Gemälden des Malers Viktor Hartmann durch seinen Freund Modest Mussorgskij. Frau Canzler brachte an diesem Abend eine beeindruckende Zahl von über 25 Musikanten auf die Bühne und dies zeigte sich beispielsweise in klingenden Soli der Blechbläser. Als Zugabe spielte das Unterstufenorchester „Feel the Rhythm“ aus dem Musical „Sweet Charity“ von Neil Simon.

ChorFrau Miriam Sauter eröffnete den zweiten Teil des Konzerts mit ihrem Unterstufenchor und dem Lied „Wer sich die Musik erkiest“ (erkiesen, mhd. für aussuchen, erwählen) von Martin Luther. Künstlerisch ging es auch gleich weiter, denn die Darsteller der Schauspiel-AG betraten die Bühne und Goethe – als der große Dichterfürst -begrüßte das Publikum und lud zur „Dichterparty“ ein. Darstellendes SpielNacheinander erschienen Friedrich von Schiller, Joseph von Eichendorff, Eduard Mörike, Heinrich Heine und Christian Morgenstern sowie Wilhelm Busch, die sich passend zu den Liedern des Chors über Italien, Poesie, Musik und verführerische Frauen wie Heinrich Heines Lolli („Die Loreley“, 1824) unterhielten. Der Unterstufenchor sang Goethes Wanderlied „Von dem Berge“, Schillers „Rätselbrücke“, Eichendorffs „Schläft ein Lied“ (seinem Gedicht „Wünschelrute“ entnommen) und „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, dem berühmten Gedicht Heines über die Loreley entnommen. Aber auch „Frühling lässt sein blaues Band“ von Eduard Mörike, dem Vertreter der schwäbischen Romantik schlechthin, wurde von den jungen Sängern meisterhaft interpretiert.
Sehr unterhaltsam wurde es mit der Vertonung der Gedichte „Es war einmal ein Lattenzaun“ von Christian Morgenstern und „Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“ von Wilhelm Busch. Herr Markus Sauter brillierte wie so oft als Begleitung des Chors am Klavier.
DankUnd wer jetzt dachte, das ist nicht mehr zu toppen, sollte eines Besseren belehrt werden: Herr Geppert beschenkte die Kollegen der Musikfachschaft sowie Frau Broszat mit Sekt und vor dem Pavillon wartete nach dem Konzert der Eiswagen von „Eis Leo“ und verteilte – auf Einladung der Musikfachschaft – Eiskugeln an die jungen Künstler.Eiswagen

Konzertbesuch der Oberstufe

Jesus Christ Superstar

Wenn Rock auf die Passionsgeschichte trifft

Ein Bericht von Sophia Thüry

Rockig, mitreißend und dramatisch - Diese drei Adjektive könnten passender nicht sein, um die Rockoper Jesus Christ Superstar zu beschreiben, die der Musik-Basiskurs der J1 am Mittwoch, den 17. Juni, besucht hat. Die Veranstaltung fand im Theater Pforzheim statt, das vor allem für seine hochwertigen Opern und Musicals bekannt ist. Die Rockoper Jesus Christ Superstar fand dort schon mehrmals statt, die Premiere im Jahr 2026 war am 07. Februar und seither wurde das Stück regelmäßig besucht und erhielt viele positive Rückmeldungen.

In dem Stück werden die letzten sieben Tage des Lebens Jesu in leicht abgewandelter Form musikalisch dargestellt. Leicht abgewandelte Form deshalb, weil neben Jesus auch Judas eine sehr wichtige Rolle spielt. Judas, für all diejenigen, die nicht sehr vertraut mit der Passionsgeschichte sind, war der Jünger, der Jesus verriet, was daraufhin den Tod Jesu zur Folge hatte. Die Figur des Judas steht seither als Sinnbild des Verrats, der Habgier und der moralischen Verkommenheit. Und genau diese Darstellung wird in dem Stück angezweifelt, da Judas Jesus dort aus Angst und der Überzeugung heraus, das Richtige zu tun, verrät und nicht aus Habgier oder Neid. Außerdem beschäftigt sich die Rockoper mit der viel diskutierten Frage, ob Judas wirklich frei gehandelt hat oder lediglich eine von Gott gegebene Rolle ausgeführt hat und Jesus verraten musste, damit die Geschichte überhaupt stattfinden konnte. Eine Antwort auf diese Frage gibt die Rockoper leider nicht.

Die Rockoper wurde von Andrew Lloyd Webber komponiert, einem sehr erfolgreichen Musikkomponisten, der besonders bekannt für seine Komposition weltweit bekannter Musicals wie zum Beispiel „Cats“ und „The Phantom of the Opera“ ist.

Das Stück wurde am 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theater in New York uraufgeführt und wurde zunächst kontrovers diskutiert. Viele Menschen empfanden die Kombination aus einer „heiligen“ biblischen Geschichte und einer damals als „rebellisch“ geltende Musikrichtung als unpassend oder sogar respektlos. Außerdem kritisierten viele die am Ende weggelassene Auferstehung, die für viele Anhänger des Christentums von großer Bedeutung ist. Jedoch stieß die Rockoper auch auf eine große positive Reaktion und entwickelte sich zu einem internationalen Erfolg.

Musikalisch lieferte die Rockoper auf jeden Fall ab. Das Programm bot eine Mischung aus energiegeladener Rockmusik, Pop-Elementen und gefühlvollen Balladen, was das Stück so abwechslungsreich macht. Auch die Kombination des klassischen Orchesters und den rockigen E-Gitarren erzeugten ein beeindruckendes Klangerlebnis. Ein großes Lob gilt auch den Sängern, die besonders bei anspruchsvollen Gesangspassagen eine hervorragende Leistung brachten und die Zuhörer in ihren Bann zogen.

Obwohl der Begriff Oper bei Schülerinnen und Schülern nicht unbedingt Luftsprünge auslöst, fiel das Feedback erstaunlich gut aus. „Ich hatte mir eine Rockoper nicht so cool vorgestellt“, „Die Musik würde ich mir auch in meiner Freizeit anhören“ und „Man hat die Passionsgeschichte nochmal ganz anders erlebt“ waren nur einige der Aussagen der Schülerinnen und Schüler nach der Aufführung. Insgesamt also ein sehr gelungener Abend, der vielleicht bei dem ein oder anderen die Lust auf weitere Theaterbesuche geweckt hat.

Sommerkonzert des FAG

Sommerkonzert 2026 des Friedrich-Abel-Gymnasiums

Big Emotions und ein fulminanter Abschied

Es ist schlicht der Höhepunkt des Schuljahres, wenn die Musiklehrer des FAG zum Sommerkonzert laden und das Publikum alljährlich ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm erleben darf. Und trotzdem war es etwas Besonderes, was sich in der Peterskirche am Dienstag, dem 23. Juni 2026 ereignete. Doch von Anfang an:

Orchester Herr Rainer Geppert, stellvertretender Schulleiter des Friedrich-Abel-Gymnasiums begrüßte am Premierenabend, dem 22. Juni 2026 das Publikum mit der Ankündigung, dass die beiden kommenden Konzertabende die letzten sein würden, bei denen die langjährigen Musiklehrer Frau Miriam und Herr Markus Sauter die Leitung des Chors beziehungsweise der Big Band übernähmen. So kam beim Auftakt des Konzerts, das unter dem Motto „Big Emotions“ stand, bei einigen Zuhören schon Wehmut auf, die aber durch gut gewählte Stücke des FAG-Orchesters unter der Leitung von Frau Regina Bauer aufgefangen wurde. Bei „James Bond Theme“ (von Monty Norman) und „Skyfall“ (Adele), die als Auftakt zu hören waren, brillierten insbesondere Amelie Hanisch (10 c) am Fagott und Jule Störl (J I) am Waldhorn. Bei „Waltz No. 2“ von Dimitri Schostakowitsch bewiesen Lennart Betz (8c) und Alessia Belka (9c) an den Querflöten sowie Jakob Müller (8c) am Klavier, dass das junge Orchester schon mit den etablierten Ensembles mithalten kann. Am Schlagzeug gab Niklas Kostewa (9c) den Ton an, für die tiefen Töne sorgte Ronnie Steurer (9d), der den E-Bass zupfte, nachdem er bei den ersten drei Stücken die Geige spielte. Frau Bauer - Leitung des OrchestersNach dem weltbekannten Hit „What was I made for“ (Billie Ellish und Finneas ÓConnell) wurde lautstark eine Zugabe gefordert, die mit „Music“, einem der Lieblingsstücke von Regina Bauer, auch erfüllt wurde. Das junge und wunderbar besetzte Orchester, von Frau Bauer erst vor einem Jahr gegründet, brachte viel Stimmung in die Peterskirche und leitete gelungen den Auftritt des Chores unter der Leitung von Frau Sauter ein.

Mit dem Stück „Lean On Me“ (Bill Withers) brachte der FAG-Chor die großen Gefühle auf die Bühne - ein Lied über Freundschaft und Zusammenhalt, bei dem Hanna Wulff ein Solo zum Besten gab. Eine Widmung für alle, die uns den Rücken stärken, stellte der Song „You Raise Me Up“, der seine Wurzeln im irischen Folk hat, dar. Hier steuerten Emma Oelsner und Sophia Tvrdak ein wunderbares Solo bei und spätestens jetzt schien das Motto des Abends - Big Emotions - erfüllt. Beim dritten Song „Fix you“ waren die herrlich hohen Töne Felicitas Harnisch zu verdanken. Nach der gefühlvollen Hymne „Angels“ (Robbie Williams) gab es die gefühlvolle Zugabe „Can you feel the love tonight?“ und Frau Sauter spornte ihren Chor trotz der Sommerhitze noch einmal zu Höchstleistungen an.

Nach der Pause, in der die Konzertgäste von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe I bewirtet wurden, kam mit der Big Band unter der Leitung von Herrn Sauter Schwung auf die Bühne. Beim Swing-Stück „Perdido“ (Juan Tizol) gestalteten Jonathan Förnzler (Saxophon) und Julius Lehmann (Trompete) die Soli, während Jonathan Kees (8a) zusammen mit den Solisten Nathanael Hahn am Saxophon (J II) und Florian Scholz an der Trompete (9a) bei „Superstition“ von Stevie Wonder ihr Können zeigten. Der „Worksong“ bot anschließend der Tuba, gespielt von Constantin Fröhlich, Gelegenheit für einen begeisternden Solo-Einsatz, ebenso bewies Leonie Wünsch (J II) ihre Fähigkeiten beim Trompeten-Solo. „Cissy Strut“ – ein Medium Funk-Stück – bot den Solisten Daniel Bosch (J II) am Bass und Adrian Sauter am Saxophon, Hannes Litschko am Schlagzeug sowie Leonie an der Trompete eine Bühne.

My WayBei „The Rose“, dem letzten Stück der Big Band, wurden die Gesangssolistinnen Sophie Bauer, Lotta Kernberger und Regina Rehm (alle J II) vom Ensemble begleitet, das sich am Montag mit einer fulminanten Darbietung von „Oye como va“ (Carlos Santana) verabschiedete. Am Dienstag sollte an dieser Stelle aber noch nicht Schluss sein, denn überraschend betrat Herr Stephan Damp, Schulleiter des FAG, die Bühne und sang „My Way“ von Frank Sinatra zu Ehren der Eheleute Sauter. Abschieder des Lehrerehepaars SauterAuch die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe II, die an diesem Abend ebenfalls zum letzten Mal auftraten, verabschiedeten sich von ihren langjährigen Musiklehrern mit einem Gutschein für ein Candle-Light-Dinner (samt Kerze und Gruppenbild im Rahmen) bei Frau und Herrn Sauter, die ihrerseits zuvor bereits jedem ihrer Schüler ein kleines Geschenk ausgehändigt hatten. Und um den Abend der großen Gefühle noch eines draufzusetzen, boten alle ehemaligen und noch aktiven Schüler ihren Lehrmeistern das Ständchen „Thank You for the Music“ von ABBA.

Verabschiedung der AbiturientenWie immer unterstützte die Technik-AG unter der Leitung von Jannis Kachur (10d) die Interpreten und sorgte für entsprechende Effekte. Besonders beachtenswert ist, dass viele ehemalige Schülerinnen und Schüler an beiden Abenden beim Konzert mitspielten und sich auch ehemalige Weggefährten wie Benjamin Albrecht (vormals Musiklehrer am FAG), am letzten Ständchen beteiligten.
Leider müssen wir uns von Frau und Herr Sauter verabschieden
An dieser Stelle könnte der Artikel zu dem Sommerkonzert mit großen Gefühlen und einem fulminanten Abschied der Sauters zu Ende sein. Aber da gilt es, sich die Worte Herrn Gepperts am Montag in Erinnerung zu rufen, denn er meinte, vielleicht sei das das letzte Konzert unter der Leitung von Frau und Herrn Sauter, aber nicht das letzte Konzert mit den Sauters.

Vortrag von Clemens Beisel

Vortrag von Clemens Beisel

Sägeblätter, Stickiness und Selbstregulierung – was müssen Eltern über Social Media wissen?

Frau Dausend vom FAG und Frau Pickert von der Schloßbergschulemst. Clemens Beisel, Diplom-Sozialpädagoge und Referent für Social Media, klärte im Rahmen der Vortragsreihe des Kooperationsmodells der Vaihinger Schulen am Dienstag, dem 16. Juni 2026 darüber auf, was Eltern über Social Media wissen müssen. Nach den einleitenden Worten von Frau Heike Dausend vom Friedrich-Abel-Gymnasium und Frau Kerstin Pickert, die die Schloßbergschule vertrat, leitete Herr Beisel die Zuhörerschaft dazu an, das eigene digitale Konsumverhalten unter die Lupe zu nehmen. Dazu benötigte der Referent nur drei Zahlen: 88, 11 und 15. Die digitale Fragmentierung des Alltags zeige sich laut Beisel darin, dass ein Smartphone im Schnitt täglich 88 Entsperrungen aufweise, das Handy durchschnittlich alle 11 Minuten entsperrt werde und dass man 15 Minuten brauche, um sich nach der Handynutzung wieder konzentrieren zu können. Dies erklärte Clemens Beisel als sogenannten Sägeblatteffekt: Graphisch dargestellt falle die Konzentration nach einem Blick auf das Handy auf Null und würde mindestens 15 Minuten brauchen, um wieder anzusteigen, nur um bei einem neuerlichen Blick aufs Smartphone wieder abzufallen, was dem Bild eines Sägeblattes ähneln würde. Wer sich nun im Publikum unter jenen wähnte, die niemals auf 88 Entsperrungen täglich kämen, wurde überrascht: Tatsächlich lagen die meisten Zuhörer nach der Überprüfung des Handys über ihrer eigenen Einschätzung. Um nun ein erstes Fazit Beisels vorwegzunehmen: Vorbildwirkung ist auch seiner Ansicht nach eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen übermäßigen Medienkonsum bei Jugendlichen und Kindern.

Clemens Beisel hat unter clemenshilft.de einen digitalen Elternabend geschaffen, der Eltern Möglichkeiten der Information (Experten-Interviews, Videos, Tipps) und des Austausches zum Thema Mediennutzung bietet. Dort und auch in zahlreichen Vorträgen geht es beispielsweise um die Fragen, wann ein Videospiel zur Sucht wird, wie man Kinderschutzfilter installiert und was 1000 Klicks mit einem Kind oder Jugendlichen machen. Der Sozialpädagoge beschäftigt sich aktuell natürlich auch mit der Forderung nach einem Verbot von Sozialen Medien für Kinder. Dies sei seiner Meinung nach aber insgesamt keine Lösung, denn dadurch würden Kinder gezwungen, die Medien heimlich zu nutzen und die dringend nötige Auseinandersetzung mit Problemen der digitalen Welt würde noch weniger stattfinden. Gerade in Australien laufe es nicht gut, denn WhatsApp sei dort nicht verboten und jeder, der die ersten Erfahrungen seiner Kinder in dieser App mitverfolgt hätte, wüsste auch warum. Hier nennt der Experte das Phänomen Fear of missing out, die Angst etwas zu versäumen, halte junge Menschen, aber auch Erwachsene am Handy. Wenig überraschend sieht auch er die fehlende Selbstregulierung als Hauptfaktor für die Probleme, die sich in Sehnsucht nach Zugehörigkeit zeige, die Kinder und Jugendliche am Handy kleben ließe, womit wir schon beim Fachterminus Stickiness wären. Neben dieser sei die einladende Haptik vieler Geräte verführerisch, vor allem, wenn die Kinder als erstes Handy schon ein brandneues Smartphone bekämen. Hier empfiehlt Beisel, dem Nachwuchs ältere Geräte zu überlassen, die vielleicht auch das endlose Spielen darauf unmöglich machen.

Aber es gäbe Auswege, die von den Eltern relativ leicht durchsetzbar sind: Neben dem guten Beispiel sollten Eltern ihren Kindern klare Grenzen und Regeln setzen, ihnen Alternativen bieten, beispielsweise gemeinsame Unternehmungen, Familienzeit, Sport oder Musik. Erziehungsberechtigte können sowohl bei Apple-Geräten als auch bei Android-Smartphones Bildschirmzeiten begrenzen, Inhalte sperren und die Mediennutzung nachverfolgen und kontrollieren. Am einfachsten vielleicht: Jugendlichen und Kindern die Nutzung des Handys über Nacht nicht erlauben, sich für die Spiele, die der Nachwuchs am Handy hat, zu interessieren und nachzufragen. Nicht zuletzt der Appell Beisels: Medien nie als Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung nutzen, das verschaffe ihnen einen Platz auf einem Podest, vom dem man sie schwer wieder runterholen könne. Wer eine klarere Vorstellung davon haben möchte, wie viel Medienzeit in welchem Alter vertretbar ist, könne sich einer einfachen Formel bedienen: Alter des Kindes minus drei mal zehn Minuten ergibt die zumutbare Bildschirmzeit (Beispiel: Das Kind ist 13, davon 3 abziehen und mal 10 nehmen, ergibt 100 Minuten Bildschirmzeit – inklusive Fernsehen).

Zuletzt macht Clemens Beisel darauf aufmerksam, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien auch im Bereich Medienkonsum benachteiligt seien, weil sie seitens der Eltern weniger Unterstützung erfahren. Akademisch gebildete Eltern seien sich der Gefahren mehr bewusst, hätten meist mehr Zeit und vor allem mehr Geld, um Kindern Freizeitaktivitäten anzubieten. Herr Beisel würde sich handyfreie Schulen wünschen, vor allem handyfreie Grundschulen. Denn: Schulen sollten Orte der Begegnung, des Lernens und der Beziehungen sein. Es gibt für Clemens Beisel keinen Grund dafür, dass ein Kind ein Handy mit sich führen muss, wenn es zur Schule geht. Vielleicht regt folgender Satz des Experten zum Nachdenken an: Bildschirmfreie Zeit ist wahrer Luxus.

Das FAG lädt zum Sommerkonzert

Einladungsplakat zum Sommerkonzert

Big Emotions in der Pfarrkirche

mst. Wenn sich die Musiklehrer des Friedrich-Abel-Gymnasiums samt Schülern mit vielen Instrumenten schwer bepackt in Richtung eines Buses bewegen, dann ist allen klar, dass es zu den Probentagen nach Schloss Weikersheim geht.
Auch in diesem Jahr haben sich die Big Band, das Orchester und der Mittel- und Oberstufenchor mit Frau Regina Bauer, Frau Miriam Sauter und Herrn Markus Sauter mit Elan in die Proben gestürzt und laden nun am Montag, dem 23. und am Dienstag, dem 24. Juni 2026, jeweils um 19.00, in die Peterskirche zum Sommerkonzert ein.

Das Musikteam der Mittel- und Oberstufe

 

Fußballer wieder erfolgreich

Fußballer erreichen 2. Platz

Platz 2 im Regierungsbezirk Stuttgart – Schulfußballmannschaft des FAGs feiert Riesenerfolg

Nachdem mit etwas Glück die Qualifikation zum Finale geschafft wurde, reiste das Fußball-Team des FAGs ohne große Erwartungen zum Finalturnier der besten Mannschaften des Regierungsbezirks nach Stuttgart.


Aber schon im ersten Spiel zeigte sich, mit welchen Tugenden die Mannschaft Erfolg haben würde – mannschaftlicher Geschlossenheit, Laufbereitschaft und Einsatz – kombiniert mit schnellem Umschaltspiel. So wurde die Defensive zum Prunkstück des Finalturniers. Ohne Gegentreffer konnten die Spiele gegen das FSG Marbach (1:0), das GBG Winnenden (0:0), das Rosensteingymnasium Heubach (2:0) und das Gymnasium Rutesheim (0:0) so erfolgreich gestaltet werden, dass die Vorrunde vom FAG-Team als Gruppenerster abgeschlossen werden konnte.


Im Halbfinale wartete dann ein starker Gegner vom OHG Ostfildern. In einem intensiven Spiel, das 0:0 endete, kam es dann zum Elfmeterschießen. Während alle Schützen des FAG sicher verwandelten, avancierte Jona Kaufmann zum Helden des Spiels und krönte seine bärenstarke Turnierleistung mit zwei gehaltenen Elfmetern, sodass der vielumjubelte Einzug ins Finale gelang.


Im Endspiel der beiden besten Teams aus dem Regierungsbezirk Stuttgart kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Schülern aus Rutesheim. Leider fand das FAG schlecht ins Spiel und musste schon nach wenigen Minuten den ersten Gegentreffer des Turniers hinnehmen. Dies führte zu einem Bruch im Selbstverständnis, so dass das Team nicht an die starken Auftritte der vorigen Spiele anknüpfen konnte. Am Ende musste man sich dann klar mit 3:0 geschlagen gegeben.


Trotzdem ist dieser zweite Rang ein Riesenerfolg für die Jungs und das FAG! Glückwunsch und Respekt für die außerordentliche Leistung – ihr habt das FAG mehr als gut vertreten!

Es spielten: (von hi-li) Julius Meißner; Konstantin Krauß; Sebastian Scutelnic; Lukas Siegmann; Lukas Angele; Malte Schnitter; Sandor Kovac; Marlin Schumm; Wolfgang Hartmann; Lenno Mayer; Thomas Renz (Betreuer)
(von li-vo) Edwin Scheffler; Sebastian Flender; Tim Böcken; Julius Mühl; Jona Kaufmann; Luis Stotz; Paul Hagdorn

Thomas Renz (Bild und Text)

Besonderes Highlight am FAG

Friedrich-Abels 275. Geburtstag

275. Geburtstag von Friedrich Abel - das FAG feiert seinen Namensgeber

Sonnenwirtlemst. Der eine oder andere, der am vergangenen Freitag zufällig am Friedrich-Abel-Gymnasium vorbeilief, mag seinen Augen kaum getraut haben: Da flanierten Schüler in noblen Samtröcken aus dem 18. Jahrhundert herum, trugen weiße Perücken und wedelten mit Schnupftüchern. Zwei Wächter zogen sogar einen mit Seilen gefesselten, unglücklich wirkenden jungen Mann hinter sich her – was war da bloß los? Es war ein Fest der besonderen Art, das die Schulgemeinschaft des Friedrich-Abel-Gymnasiums an diesem Freitag, dem 8. Mai beging, denn es wurde der 275. Geburtstag von Jakob Friedrich von Abel gefeiert. Und dafür hatten sich Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte allerhand einfallen lassen. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Schulleiter Herrn Stephan Damp folgten die Grußworte des Oberbürgermeisters Herrn Uwe Skrzypek-Muth, der die besondere Tradition der Schule hervorhob und die bedeutende Rolle Friedrich Abels als Lehrer unterstrich. Außerdem erinnerte er an Friedrich Schiller als bedeutsamen Schüler des Vaihinger Lateinlehrers und hob das Schicksal des „Sonnenwirtle“ – in der Gegend bestens bekannt als der historische Johann Friedrich Schwan – hervor.
RedenAls Herr Rainer Geppert – stellvertretener Schulleiter des FAG – gerade mit seinem Lob auf den vorbildhaften Lehrer Friedrich Abel beginnen wollte, betrat dieser höchstpersönlich die Bühne und führte außerdem das unglückliche „Sonnenwirtle“ samt Gefolge mit sich, selbst sein bedeutender Schüler Friedrich von Schiller hatte sich dem Zug angeschlossen. Sonnenwirtle 2Die Moderatoren Rainer Geppert und Gaby Mandl-Steurer kamen mit dem Verbeugen vor den Hoheiten nicht mehr hinterher und letztlich wurde Abel mit einem Geburtstagsständchen und zwei weiteren Liedern – dargeboten vom Unterstufenorchester unter der Leitung von Frau Canzler – gebührend gratuliert.
Nachdem sich Friedrich Abel samt Gefolge huldvoll unter das Volk mischte, veranstaltete die SMV ein Quiz im Stil der Fernsehsendung „1, 2 oder 3“, bei der sich die Schülerinnen und Schüler zur Beantwortung von Fragen, die Friedrich Abel und seine Zeit zum Inhalt hatten, auf entsprechend gekennzeichneten Feldern im Schulhof positionieren mussten. Der Schwierigkeitsgrad stieg mit jeder Frage, ebenso die Begeisterung bei den Schülern.Fotostation Auch die Fotostation, bei der sich die Gäste im Stil Abels und seiner Zeit verkleideten, bereitete allen großen Spaß, selbst Herr Hans Sinnl, ehemaliger Schulleiter des FAG, konnte nicht widerstehen und ließ sich mit Bilderrahmen ablichten. AbelbuttonsDas „It-Piece“ des Tages aber waren die Buttons mit der Silhouette Abels in vielen Farben, die die Schülerinnen und Schüler an einer eigens dafür eingerichteten Station selbst herstellen konnten. Die Slogans dazu, beispielsweise „Abel to party“, „Abel to shine“ oder „Abel to grow“, wurden von der Debating-AG beigesteuert. Als weitere Attraktion galt die Schreibstation, bei der sich geduldige Gäste mit Federkiel und entsprechenden Utensilien in den Schreibtechniken des 18. Jahrhunderts üben konnten. Außerdem konnten an weiteren Stationen Perlen gefädelt und Spiele gespielt werden – die Unterhaltung am Fest war vielfältig.
Ein schönes Fest mit VerpflegungKulinarisch sorgten die Schüler mit selbst gebackenen Waffeln, Muffins und mit einem eigenen Geburtstagskuchen für den Namenspatron samt Konterfei für Begeisterung. Das Fest zu Ehren Friedrich Abels hat gezeigt, was das FAG ausmacht: Gemeinsames Engagement und Kreativität, Zusammenarbeit und Zusammenhalt, gemeinsame Ziele und ein lebendiges Miteinander.

Vorboten des Jubiläums: 275. Geburtstag von Friedrich Abel

Ausschnitt aus dem Erklärfilm

Auftakt der Abel-Feierlichkeiten: Erklärfilme zu „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“

Erklärfilmmst. Filme zu konsumieren, ist für die allermeisten Schülerinnen und Schüler selbstverständlich, aber eigenständig Drehbücher zu verfassen, Figuren und Kulissen zu entwerfen und dann noch verständlich den Inhalt eines historischen Textes zu vermitteln, ist nicht ganz so einfach. Die Klasse 8a des Friedrich-Abel-Gymnasiums hat es ausprobiert und in mehreren Doppelstunden zu der Novelle „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ von Friedrich von Schiller Erklärfilme gedreht. Schillers kurze Erzählung über einen Wilddieb, der nach Jahren im Zuchthaus zum Mörder und Räuberhauptmann wird und sich schließlich einem verständnisvollen Amtmann zu erkennen gibt, basiert auf der wahren Geschichte des „Sonnenwirtle“: Johann Friedrich Schwan, geboren 1729 in Ebersbach an der Fils, war ein Räuber und Mörder, der 1760 in Vaihingen an der Enz gefangen, gerädert und schließlich geköpft wurde. Der für den Richterspruch verantwortliche Oberamtmann Konrad Ludwig Abel war der Vater von Jakob Friedrich von Abel, dem späteren Lehrer Schillers, der diesem von dem Schicksal des „Sonnenwirtle“ berichtete.
Gewinner des LiteraturwichtelsSchiller stellte – als einer der ersten in jener Zeit – mit seiner Novelle die Frage, ob es nicht die Not ist, die jemanden zum Verbrecher werden lässt. Die Determiniertheit des eigenen Lebens, das einem in bestimmten Fällen keine andere Wahl lässt, als sich mit Zwang zu nehmen, was einem das Dasein verwehrt. Und so fühlt sein Protagonist Christian Wolf Reue, will sich mehrfach dem redlichen Leben zuwenden, scheitert aber nicht zuletzt an seiner Umwelt. Dadurch erreicht Friedrich von Schiller, dass der Leser nachdenkt und sein eigenes Handeln hinterfragt, vielleicht sogar Sympathien für den Gescheiterten, der sich am Ende freiwillig zu erkennen gibt, empfindet.Zweite Gewinner des Literaturwichtels
Die Schülerinnen und Schüler der 8a wählten unterschiedliche Szenen der Novelle aus, fertigten Kulissen in Schuhschachteln an, entwarfen die Texte (teilweise in Schillers Sprache, meist jedoch der Gegenwart angepasst), unterlegten ihre Szenen mit Musik und schnitten am Ende auch die Filme. Dritte Gewinner des LiteraturwichtelsAlle fünf Gruppen lieferten sehr originelle und durchaus anspruchsvolle Kurzfilme, die dann noch von der ganzen Klasse bewertet wurden. Am Ende gab es eine Abstimmung und drei Gruppen durften sich über einen Literatur-Wichtel für den besten Erklärfilm in Gold, Silber und Bronze freuen. Der Spaß war riesengroß und die Klasse 8a weiß jetzt über Abel, Schiller und das „Sonnenwirtle“ bestens Bescheid.