Mara Strohm (Foto unterste Reihe links) aus JII berichtet von der Schülerakademie 2022
Als ich letztes Jahr im Herbst für die Deutsche Schülerakademie vorgeschlagen wurde, war ich zu Beginn eher skeptisch. Schule in den Ferien? Ganz alleine und dann auch noch so weit weg? Nach einer Internetrecherche war mein Interesse schnell geweckt und ich habe mich dazu entschieden, mich zu bewerben. Von vielen verschiedenen Kursen an den unterschiedlichsten Standorten in ganz Deutschland, wählte ich 5 Themen aus, die mich besonders angesprochen haben. Einige Zeit später kam dann die Zusage per Mail und ich erfuhr, dass ich an der Akademie in Torgelow, einem kleinen Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte, für den Kurs „Sprung in die Welt der Start-ups“ zugelassen war. Als Vorbereitung für den Kurs bekamen wir einige Texte zum Lesen, sowie die Aufgabe, eine Präsentation über ein Startup unserer Wahl vorzubereiten. Durch die nähere Beschäftigung mit dem Thema, habe ich gemerkt, dass sich eine Vorfreude auf die Akademie einstellt und schließlich konnte ich es kaum noch erwarten endlich fahren zu können. Natürlich hatte ich auch einige Bedenken: Wird man dort neue Freundschaften schließen? Wie hoch sind die Anforderungen des Kurses und wie verbringt man eigentlich dort seine Freizeit?
Am 21. Juli ging es dann los und nach einer zehnstündigen Anreise mit dem Zug war ich endlich da. Schon der erste Eindruck des Schlossinternats war toll. Der Campus ist riesig, modern und direkt an einem See gelegen. Es waren insgesamt ca. 100 Teilnehmer*innen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren dort. Diese wurden auf sechs verschiedene Kurse verteilt. Wir wohnten in 2- oder 3-Bett Zimmern der Internatsschüler, die zu dieser Zeit Sommerferien hatten. Von den Mitarbeiter*innen wurden wir freundlich empfangen und alle Teilnehmer*innen waren sehr offen und nett. Nachdem alle negativ auf Corona getestet wurden, ging es sofort mit dem Programm los.
Die meiste Zeit verbrachten wir mit der Arbeit in den Kursen. In meinem Kurs, der von 2 Studentinnen betreut wurde, haben wir uns neben der Theorie auch viel mit Kreativität und Praxis beschäftigt. Nachdem wir viele verschiedene Startups kennengelernt hatten und auch zwei erfolgreiche Gründer interviewt hatten, entwickelten wir eigene Startup Ideen. An diesen arbeiteten wir dann in Gruppen weiter, schrieben Businesspläne und machten unseren eigenen Pitch. Das war eine tolle Erfahrung, bei der ich sehr viel über Startups, aber auch Teamwork, Wirtschaft und Präsentieren gelernt habe. Generell war die Arbeitsatmosphäre ganz anders als in der Schule. Es gab viel Gruppenarbeit und wir konnten unseren Arbeitsort frei wählen: Nicht nur einmal saßen wir gemütlich mit unseren Laptops am See und haben dort unsere Gedanken ausgetauscht. Ein Highlight außerhalb meines Kurses war der Rotationstag, an dem man einen Einblick in die spannende Arbeit der anderen Kurse bekam.
Natürlich kam neben der Arbeit in den Kursen auch die Freizeit in Form von kursübergreifenden Angeboten nicht zu kurz. Ich hatte die Möglichkeit viele neue Dinge, wie z.B.
Tennis, Fechten, Standardtanz, Selbstverteidigung, Rugby, Pilates und noch vieles mehr auszuprobieren. Außerdem habe ich auch Spiele, wie Schach, Poker oder Skat gelernt. An Tagen mit gutem Wetter waren wir mit den Paddelbooten und SUPs den ganzen Nachmittag auf dem See. An einem Tag haben wir eine große Fahrradtour gemacht, die trotz Regen sehr viel Spaß gemacht hat. Weitere gemeinsame Veranstaltungen waren beispielsweise das Sportfest, Singen am Lagerfeuer, eine Debatte und ein Konzert. Aufgrund all dieser Veranstaltungen kam der Schlaf fast jeden Tag zu kurz und Kaffee wurde für uns alle zum täglichen Begleiter.
Die zweieinhalb Wochen in Torgelow gingen vorbei wie im Flug und der Abschied fiel uns allen sehr schwer.
Es sind viele Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch lange erhalten bleiben.
Für mich war es eine unbeschreiblich tolle Zeit, in der ich viel gelernt und mich persönlich weiterentwickelt habe. Auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Ich werde die Schülerakademie in Torgelow immer in guter Erinnerung behalten und freue mich schon jetzt auf unser Nachtreffen, das im nächsten Sommer stattfinden wird.

Am Donnerstag, den 20.10.2022 ging es los mit der Fahrt in den Europapark zu den Science Days. Nach dem Einchecken in das spanische Hotel El Andaluz durften wir den restlichen Nachmittag den Park ausnutzen und einige Achterbahnen fahren. Anschließen bereiteten wir den Messestand unseres Mint-Projekts “Pflanzliche Antibiotika” vor und konnten ein Abendessen im italienischen Restaurant Colosseo genießen.
In der riesigen Messehalle direkt am Eingang des Europaparks konnten wir uns unzählige andere Projekte anschauen und uns auch bei größeren Firmen wie Siemens und Trumpf informieren und uns inspirieren lassen, sowie viele aufschlussreiche Gespräche führen, auch in Richtung Berufsorientierung im Bereich MINT.
Und mit dem Titellied Löwenherz wurde die kleinsten FAGler schmissig aufgefordert, mutig durch „das dunkle Tor“ zu gehen. So ein Neuanfang ist mit Ängsten, aber auch mit Neugier und Freude verbunden. Viele kommen aus ganz kleinen Grundschulen, erinnerte Herr Damp in seiner Ansprache. Da scheint das FAG mit seinen über 700 Schülern und Schülerinnen im ersten Moment natürlich groß, unübersichtlich und eben auch ein bisschen angsterregend. Aber die Neuen sollten sich da ganz auf ihre Klassenlehrerinnen verlassen. Auch die Schulkameraden und -kameradinnen wären sicher hilfsbereit beim Einstieg. Ab Mittwoch kommen in jede Klasse die Paten und Patinnen, ältere Mitschüler und Mitschülerinnen, die sich noch zu gut an ihre ersten Tage im Gymnasium erinnern. Sie machen mit den Klassen eine Schulrallye und danach werden sich alle sich sicher alle schon gut auskennen.
Aber die Paten haben auch andere Aktionen vor, wie Marina Elsenhans und Sophie Döbler vom Patenschaftsressort berichteten; so ist etwa ein Bastelnachmittag fest geplant. Alle stehen also bereit, um die „Kleinen“ zu empfangen. Aber die Neuen müssen neben Fleiß und Ausdauer auch noch etwas anderes mitbringen. Um das zu verdeutlichen, las Herr Damp eine Geschichte vor: Ein Mann will in eine neue Stadt ziehen. Er fragt den Torhüter, wie die Menschen dort seien. Der Torhüter fragt zurück, wie die Menschen in der alten Stadt waren und der Mann nennt lauter schlechte Eigenschaften. So seien die Menschen in dieser Stadt auch, erwidert der Türhüter.
Ein zweiter Mann kommt und stellt die gleiche Frage. Der Türhüter gibt die Frage wieder zurück und der zweite Mann schwärmt davon, wie gut seine ehemaligen Mitbewohner waren. So seien die Menschen in dieser Stadt auch, meint der Torhüter. Auf den Widerspruch von einer dritten Person angesprochen bemerkt der Hüter, die Menschen seien eben gut und schlecht. Es komme darauf an, wie man ihnen begegnet. Darauf sollte man also, so meinte Herr Damp, bei einem Neuanfang achten, wie man den anderen begegnet. Nach einem Moment der Stille wurde es dann ernst. Herr Geppert rief nacheinander die Klasse mit ihren Lehrerinnen, Schülern und Schülerinnen auf: Klasse 5a mit Frau Roth, 5b mit Frau Oster, 5c mit Frau Broszat und 5d mit Frau Koerbler. Ganz aufgeregt kamen die neuen von überall aus dem riesigen Raum nach vorne.
Noch ein Elternfoto und schon waren die Klassen nacheinander durch den Seitenausgang verschwunden. Während die Eltern erst noch in der Stadthalle von Herrn Damp, der Elternvertreterin, Frau Schumacher, und der Vertreterin des Fördervereins, Frau Stotz, informiert wurden und später auch dem Schulhof die Möglichkeit zum informellen Kennenlernen bei Kaffee und Gebäck hatten, bezogen die neuen Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal ihre neuen Klassenzimmer im N-Bau. Um 12 Uhr war dann für alle Schluss. Viele Eltern fotografierten ihre Kinder, als sie das Gebäude verließen. Hatten sie sich nicht schon ein bisschen verändert?
Um 18h startete das Konzert im Aufenthaltsraum mit den Jazz Youngsters und ihrem Pink Panther. Dann verteilten sich die Zuschauer auf verschiedene kleinere Schauplätze, um das Publikum auseinanderzuziehen.
So präsentierte das FAG Unterstufenorchster FAGUOR um 18.20 und 18.45h Adeles Skyfall und aus Mary Poppins Superkalifragilistikexpialigetisch. Wer nun glaubt, dass es die Spieler und Spielerinnen langweilte mehrfach zu spielen hat, der irrt. Die Truppe kam beim zweiten Mal erst richtig in Fahrt. Klassenkameraden liefen auf und ab, Geschwister kauerten am Boden, Eltern machten Fotos. Aber nichts störte, alle waren beseelt von der Stimmung, endlich wieder da zu sein und ein Fest zu feiern.
Besinnlich wurde es dann im Eingangbereich des Hauptgebäudes.Eigentlich wollte der Chor 6 aus Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen seine Friedenslieder im Schulhof singen, aber das Wetter war zu unsicher. Mit Shalom chaverim – der Friede des Herrn geleite Euch wurden die Zuschauer daran erinnert, dass die Corona-Lockdown-Zeiten jetzt zwar für uns vorbei sind, aber dass an anderen Stellen der Welt, besonders in der Ukraine, das Leben der Menschen weiterhin schwer ist. Mit dona nobis pacem- gib uns Frieden erinnerte der Chor an die alte Lateinschule, als dessen Nachfolger sich das FAG sieht. Wird es bald Frieden geben? Somewhere over the rainbow….vielleicht. Die Zitronenbonbons sollten da wohl etwas Hoffnung machen. Zum Ausklang erinnerten die Sängerinnen und Sänger daran, dass wir alle Eine Sprache haben und das ist die Musik. Das Konzert im Treppenhaus fand gleich seine Fan-Gemeinde und viele Zuhörer waren um 19h zum Ausklang noch einmal da, um der Sehnsucht nach Frieden, aber auch dem schönen Abend nachzuspüren.
Zum Schluss gab es noch eine große Überraschung für die Kinder. Der Eiswagen kam und alle durften sich anstellen.
Die Mini-Bigband der Abiturientinnen und Abiturienten heizten gleich zu Beginn der Veranstaltung mit „Can´t buy me love“ ein. In seiner Abiturrede setzte sich dann Herr Damp in humorischer Weise mit dem Abi-Reden Generator von „Spiegel Online“ auseinander. Dieser rät Schulleitern folgende Gliederung: Begrüßung, Anlass, lateinischer Sinnspruch, Gratulation, Statistik, Engagement, Zukunft und Schlussformel. Der lateinische Sinnspruch war natürlich „non scholae, sed vitae discimus“; aber alternativ wurde auch „mens sana in bacardi soda“ angeboten.
Herr Damp ist es wichtig, dass die Abiturientinnen nicht nur mathematische Begriffe mitnehmen, sondern auch Methoden- und Sozialkompetenzen, Spaß an der Teamarbeit und ein tiefes Verständnis von Demokratie. Richtig ernst wurde es dann bei dem Punkt Statistik: Die 78 Abiturientinnen und Abiturienten haben dieses Jahr im Abitur 46.745 Punkte gesammelt, das sind Durchschnitt 615 Punkte und ein Abiturschnitt von 2,2 in Noten - was nur geringfügig von dem letztjährigen Erfolgsschnitt abwich. Vier Schülerinnen haben einen Traumschnitt von 1,0 erreicht, so viele wie noch nie am FAG. Neben dem fachlichen Engagement haben sich die Schüler auch in der SMV, beim Theater und in den verschiedenen Musik-AGs engagiert und somit die Schule - trotz Pandemie - zu einem lebendigen Lernort gemacht. Für die Zukunft wünscht er den Schülern Mut zu politischem Engagement in unseren schwierigen Zeiten. Dem Abi-Motto „Coronabier – die Schule war häufiger dicht als wir“ stellte Herr Damp noch weitere Corona-Alternativen gegenüber: ABIontech: Endlich kommen wir auf den Markt oder Abi 2022 - Mehr Tests gemacht als geschrieben oder Abi 2022 - Die Noten sind besser als die Internetverbindung.
Und wer hat nun das Motto in den Himmel geschrieben? An diesem Abend waren alle Eltern so stolz. In ihren Herzen haben es alle getan. Und wer es ganz genau wissen will: es stand schon in der VKZ.
Michelle Kuhne (NC-Preis), Ben Landgraf, Jochen Michaelis, Luca Mißbach (NC-Preis, DPG-Mitgliedschaft), Nick Müller (NC-Preis, FAG-Sport), Henrik Neibig (NC-Preis, DPG-Mitgliedschaft, Trumpf-NwT-Preis), Fabia Noack (NC-Preis, Häcker-Chemie-Preis, FAG-Sport), Nils Off (NC-Preis, GK-Preis der LzpB, Paul-Schempp-Preis), Hannah Ohms (NC-Preis), Pauline Raisch, Kai Rosenkranz, Ida Sautter (NC-Preis, Feltrinelli-Buchpreis des iicstoccarda), Samuel Scharpf (NC-Preis, Trumpf-NwT-Preis), Lena Schiller (NC-Preis), Jan Schlageter, Niklas Schmeckenbächer (NC-Preis), Luis Schmidt, Leonie Schulte (NC-Preis, Scheffelpreis, Bischof-Sproll-Preis, Deutsche Mathematikervereinigung, Gesellschaft Deutscher Chemiker, FAG-Debating), Luna-Marie Schwerdtle (NC-Preis), Selma Settele (Belobung), Nail Shehab, Simon Silhanek, Leonie Sonnberger (Belobung), Marie Stäcker (NC-Preis; FAG-Geographie), Rahel Stärk, Franziska Steiner (NC-Preis), Joshua Stier, Gergely Südi, Friedrich Toberer, Johannes Urban (NC-Preis), Ekaterini Varada (NC-Preis), Jakob Walliser, Fabian Wasserbäch, Marina Weiss, Vincent Weiss, Laura Wizgall (NC-Preis, Gesellschaft Deutscher Chemiker), Kiara Wöhr (NC-Preis, Blessing4you- Preis Italienisch), Clément Wolf, Sophie Wulf, Larissa Zackel, Alessa Zarbock.








